Selbstmord wegen 25 Rupien
Das Geschäft mit Mikrokrediten boomt. Sie sollen aus der Armut helfen. Doch für viele Frauen in Indien sind sie zur Armutsfalle geworden.
Erramma ist weggelaufen. Die Weberin konnte ihren Mikrokredit nicht zurückzahlen. Sie lebt jetzt nicht mehr im alten Weberviertel von Uravakonda, einer ländlichen Kleinstadt im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh, und webt keine bunten Baumwolltücher mehr. "Gestern war sie noch einmal hier", erzählt ihre bisherige Nachbarin Rashida Begum, die wie alle hier in einem kleinen einstöckigen Betonhaus mit Webschaukel wohnt.
Erramma war am Vortag zurückgekommen, um sich ihre Witwenpension auszahlen zu lassen. Doch sie kam nicht weit. Die Mitglieder ihrer Selbsthilfegruppe, mit denen sie vor ein paar Monaten einen Mikrokredit aufgenommen hatte, kamen zu ihrem Haus gelaufen, schrien und schlugen auf Erramma ein. "Da ist sie schnell wieder weggerannt", sagt Begum.
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