Solarzellen statt Lack


Von: Luka Peters/RN


Schwarz kommt das kleine Gefährt daher – und irgendwie rundlich. Eigentlich fast unscheinbar. Dabei ist es eine Innovation, die diesen Namen verdient: Sion heisst der fahrbare Untersatz und wurde von zwei jungen Tüftlern in Deutschland entwickelt. Es ist das erste Elektrofahrzeug, das von der Steckdose völlig unabhängig ist und damit auch von Stromanbietern, die fossile oder Atomenergie durch die Leitungen jagen.

Das Besondere an diesem Auto ist seine Karosserie. Sie besteht zu einem erheblichen Teil aus Solarpanelen, die selbst bei bewölktem Himmel noch Energie aufnehmen und an das Fahrzeug weitergeben. Die gesamte Konstruktion ist leicht gehalten, dadurch wird von Vornherein weniger Fortbewegungsenergie benötigt.

 

Doch das war noch nicht genug, die Erfinder haben weitere clevere Ideen in den Sion eingebaut: Moos filtert und reinigt die Luft und dämmt zugleich Geräusche, während es über die Luftfeuchtigkeit ernährt wird. Ersatzteile können wie beim Fairphone (s. Zeitpunkt 1/2017) nachgekauft und selbst an- oder eingebaut werden. Sämtliche Anleitungen stellt die Firma der Entwickler, Sono Motors, frei zur Verfügung. Da die Ersatzteile lizenzfrei nachgebaut werden dürfen, können auch Dienstleister am Sion mitverdienen, indem sie die Ersatzteile verkaufen oder gleich den Einbau erledigen. Und schliesslich soll der Sion nicht wie der Teslar das Luxussegment bedienen, sondern für alle (oder doch für viele) erschwinglich sein. Geplant ist ein Preis von 12 000 Euro für das Modell mit einer Reichweite von 120 km, 16 000 Euro muss berappen, wer 250 km in einem Rutsch zurücklegen möchten.

Konzept und Prototyp des Sion haben so viele Menschen überzeugt, dass in kurzer Zeit über 120 Prozent des anvisierten Betrags in Höhe von 300 000 Euro per Crowdfunding gesammelt wurden. Nun können die drei jungen Leute von Sono Motors mit der Produktion beginnen. Testfahrten soll es 2017 geben, für 2018 ist bereits die Auslieferung der ersten Fahrzeuge geplant.

 

www.sonomotors.com

 

 

Donnerstag, 20. April 2017

 


Druckversion