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Zeitpunkt 119, Mai/Juni 2012
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P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2010.
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Streik gegen Sarkozy

Zum fünften Mal in diesem Jahr und zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen sind am Donnerstag in Frankreich Hunderttausende Menschen gegen die von der Regierung Nicolas Sarkozy angekündigte »Reform« des Rentensystems auf die Straße gegangen.


Von: Hansgeorg Hermann und Christian Giacomuzzi


An dem von acht Gewerkschaften des Landes ausgerufenen Generalstreik beteiligten sich in den großen Städten bis zu 40 Prozent der Angestellten der öffentlichen Dienste sowie Hunderttausende Arbeiter aus privaten Betrieben. Die Gewerkschaftsführer Bernard Thibault von der CGT und François Chérèque von der CFDT, den mit zusammen 1,5 Millionen Mitgliedern größten Arbeiterorganisationen Frankreichs, erklärten am Nachmittag, es sei gelungen, den Erfolg des 7. September zu wiederholen. An diesem Aktionstag hatten fast drei Millionen Bürger gegen die geplante Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre protestiert.

 

Im ganzen Land hatten die Gewerkschaften insgesamt 232 Kundgebungen organisiert. In Lyon waren bis zum Mittag bereits mehr als 130000 Menschen auf die Straße gegangen, in der Hauptstadt Paris, wo zwei Demonstrationszüge gegen 13 Uhr ihren Marsch durch die Innenstadt antraten, zählten die Veranstalter mehr als 300000 Teilnehmer. Aus Marseille wurden 220000 und aus Bordeaux 120000 Demonstranten gemeldet. Die nationale Eisenbahngesellschaft SNCF mußte rund die Hälfte ihrer Fernzugverbindungen streichen, erhebliche Einschränkungen gab es auch im Personennahverkehr. »Wir haben die Herausforderung gewonnen«, sagte Chérèque, der an der Spitze der Pariser Demonstration marschierte. »Wir erwarten, daß die Regierung ihre Reform zurücknimmt und ein anderes Gesetz ausarbeitet.«

 

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Freitag, 24. September 2010

 


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