freiräumen!
Zeitpunkt 119, Mai/Juni 2012
Jetzt am Kiosk.



Rubriken










Marktplatz

Links


Ein Buch, das die Schweiz verändert




Die Vollgeld-Reform – wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, 2012. 80 S. Fr.12.50 / Euro 9.50.

Endlich wieder erhältlich




P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2010.
2. erw. Auflage, Fr. 18.70/€ 14.–.



Sturmflut in Europa

Indikator für Bankenkrise: EZB vergibt Rekordkredite. Halbe Billion Euro verteilt. Höhere Investitionen in Industrie fraglich.


Von: Mirko Knoche


Die Geldschwemme ist zur Sturmflut angeschwollen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Banken am gestrigen Mittwoch fast eine halbe Billion Euro geliehen – mit drei Jahren Laufzeit. Das ist die größte Kreditauktion in der Geschichte der Währungsunion und zugleich ein bedrohliches Warnsignal. Schließlich galt der Handel zwischen den Banken bis gestern als ausgetrocknet. Zuletzt hatten sich die Geldhäuser weniger Kredite gegenseitig gewährt als nach dem Crash der US-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008. Sie legten ihre Mittel statt dessen für nur 0,25 Prozent bei der EZB an.

 

Die Notenbank hatte ihre Geldpolitik mit Beschluß vom 8. Dezember in bisher ungekanntem Maße gelockert, um die gestrige Finanzspritze vorzubereiten. Die sensationsverdächtige Kreditvergabe hat dabei alle Erwartungen übertroffen. Zentralbankpräsident Mario Draghi ging letzte Woche noch von einem Volumen um 100 Milliarden Euro aus. Zu Wochenbeginn schätzten Marktexperten den Bedarf dann auf 300 Milliarden Euro. Am Mittwoch lieh sich die Hochfinanz schließlich 489 Milliarden Euro. Das Rekordergebnis deutet auf einen Kredit engpaß in der Bankbranche hin, der dramatischer ist als alle bisherigen Befürchtungen. Im Vorlauf waren auch Draghis Prognosen von Tag zu Tag düsterer ausgefallen. Der Deal über eine halbe Billion Euro verdeutlicht, daß langfristige Darlehen auf dem regulären Markt nicht mehr zu beschaffen sind.

 

Weiterlesen unter: www.jungewelt.de

 

Donnerstag, 22. Dezember 2011

 


Druckversion