Sumud-Freiheitscamp


Von: Leila Dregger


Sumud heisst Standhaftigkeit. Man nennt diese Haltung auch die Seele der palästinensischen Kultur unter der Besatzung. Seit dem 19. Mai ist Sumud wieder sehr aktuell geworden. Die Bewohner des Dorfes Sarura in der Nähe von Hebron waren zwischen 1980 und 1998 von israelischem Militär aus ihren Häusern vertrieben worden. Die Häuser blieben leer – bis zum 19. Mai 2017.

Rund 300 Menschen – ehemalige Bewohner und ihre Nachkommen, Aktivisten aus den USA und Israel – zogen in das Dorf ein und gründeten das Sumud-Freiheitscamp oder auch "Standing Rock Palestine". Sie bauten Zelte auf; und frühere Bewohner betraten erstmals seit 30 Jahren ihre Häuser und Gärten. Nach weniger als 48 Stunden zerstörte die israelische Armee das Camp – doch die Aktivisten bleiben, entschlossen zur Gewaltfreiheit und zum Wiederaufbau.

 

Sami Awad, Direktor des Holy Land Trust in Bethlehem, lehrt seit vielen Jahren gewaltfreien Widerstand in Palästina. "Wenn die israelische Armee auch immer wieder versucht, das Zusammenkommen zwischen Juden, Muslims und Christen zu stören, so macht das unseren Gemeinschaftsgeist nur stärker. Bei Frieden geht es nicht nur um politische Lösungen, es geht um Gemeinschaftsbildung, und letztlich geht es um Liebe und Solidarität, auch zwischen denen, die sich heute noch Feinde nennen. Die wichtigste Frage ist nicht, wie überwinden wir die Besatzung, sondern: Wie wollen wir leben, wenn wir die Besatzung überwunden haben?"

Da die Strukturen immer wieder von der Armee zerstört oder gestohlen werden, brauchen die Aktivisten finanzielle Unterstützung.

 

Dazu gibt es eine Crowdfunding-Kampagne: https://www.generosity.com/community-fundraising/sumud-freedom-camp-right-to-a-home

 

 

Montag, 10. Juli 2017

 


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