Überforderte Überwacher im Internet
Bei der vom Bund verfügten Einführung der Echtzeit-Internetüberwachung sollen auch Kleinstanbieter zu Hilfssheriffs werden. Internetprovider kritisieren die Behörden.
«Die haben zu viele amerikanische Polizeiserien geguckt», sagt ein Mitarbeiter eines Internetproviders. Er spricht vom Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr des Bundes. Kurz: ÜPF. In der Providerszene geniesst dieser Dienst einen schlechten Ruf: Er sei «technisch inkompetent», bedrohe die kleinen Firmen in ihrer Existenz und verfüge über zu viel Macht. Der ÜPF ist das Scharnier zwischen Untersuchungsbehörden und «Fernmeldedienstanbietern». Will ein Untersuchungsrichter eine bestimmte Person überwachen, so meldet er dies dem ÜPF, dieser beschafft die Überwachungsdaten bei den Telekom-, Post- oder Internetanbietern und übergibt sie wiederum den Untersuchungsbehörden. So weit die Theorie. Am liebsten würde der ÜPF mehr oder weniger per Mausklick und in Echtzeit auf die gesamte Kommunikation von Verdächtigten zugreifen können – wie in den amerikanischen Geheimdienstserien à la «24».
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http://www.woz.ch/artikel/2010/nr31/schweiz/19592.html
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