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Zeitpunkt 119, Mai/Juni 2012
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Ein Buch, das die Schweiz verändert




Die Vollgeld-Reform – wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können. Mit Beiträgen von Hans Christoph Binswanger, Joseph Huber und Philippe Mastronardi. Edition Zeitpunkt, 2012. 80 S. Fr.12.50 / Euro 9.50.

Endlich wieder erhältlich




P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2010.
2. erw. Auflage, Fr. 18.70/€ 14.–.



Vom Athleten zum Mutanten?

Gendoping ist eine Horrorvision der Sportwelt, ihr Super-GAU: Gentechnisch optimierte Athleten beherrschen die Arenen der Welt. Der perfekt an seine Sportart angepasste Mutant ist unbesiegbar, der Wettkampf wird durch das bessere Labor entschieden.


Von: Mathias


Keine Frage: das wäre das Ende des Sports, wie wir ihn kennen. Zu Recht wird deshalb das Gendoping auf allen Ebenen des Sportsystems bekämpft. Niemand will solche Athleten - und das nicht nur aus ethischen Gründen. Ganze Wirtschaftszweige hängen am Sport. Für die Diskussion der Dopingproblematik ist es von großer Bedeutung, sich die systemischen Verflechtungen des Sports vor Augen zu halten: Zwar liegen keine gesicherten Daten vor, allerdings gibt das Weißbuch Sport der EU-Kommission aus dem Jahr 2006 zumindest einen Eindruck von der Dimension des Wirtschaftsgutes „Sport”. Die Studie nennt einen Mehrwert von 407 Milliarden Euro, der in der EU im Jahr 2004 durch die Sportindustrie erwirtschaftet worden sei. Das entspräche 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU. 15 Millionen Menschen seien in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt gewesen. Mehr als ein Fingerzeig ist das nicht, aber es wird klar, dass mit und durch den Sport jede Menge Geld verdient wird. Der Sport ist daher nicht nur ein Faktor in der Freizeitgestaltung oder der Gesundheitsvorsorge, dient nicht nur der Identitätsbildung in politischer wie nationaler Hinsicht, sondern er ist auch von sehr großem wirtschaftlichem Interesse.

In allen diesen Bereichen ist das Doping ein nicht zu übersehender Störfaktor. Keiner will gedopte Athleten. Alle wollen saubere Sieger. Wer sich öffentlich zur Dopingächtung bekennt, hat immer den Beifall auf seiner Seite. Wer Dopingsünder moralisch anklagt, darf sich sicher sein, dass er von der Öffentlichkeit dafür belohnt wird. Für die Politik ist das eine äußerst komfortable Situation und eine gute Gelegenheit, ohne großen Aufwand, aber mit moralischer Rechtfertigung breite Zustimmung zu erhalten.

 

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Freitag, 05. November 2010

 


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