Von der Dominanzkultur zur Empathie
Was geschieht, wenn wir aufhören zu (ver)urteilen und beginnen zu fragen? Die Soziologin Theresa Heidegger wagt im Mai im ZEGG ein Experiment.
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich viel darauf zugute hält, demokratisch zu sein und die offene Ausübung von Gewalt und Herrschaft überwunden zu haben. Mehr oder weniger subtile Dominanzverhältnisse finden sich jedoch nach wie vor in nahezu allen Formen menschlicher Beziehungen: Zwischen Eltern und Kindern, Lehrern und Schülern, unter Partnern, Freunden, Kollegen, im Verhältnis von Chefs zu ihren Angestellten und so weiter. Der Nährboden dieser Dominanzverhältnisse ist die Vorstellung eines allgemeingültig richtigen beziehungsweise falschen Verhaltens. Dieses wird vermittelt durch bestimmte Werte, über die sich eine Gruppe von Menschen einig ist. Aus diesen Überzeugungen leiten wir in der Regel die Legitimation ab, andere, die sich «falsch» verhalten, zu reglementieren und sie auf den «rechten Weg» zurückzuführen.
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