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P.M.: Neustart Schweiz – so geht es weiter. Edition Zeitpunkt, 2010.
2. erw. Auflage, Fr. 18.70/€ 14.–.



Was kostet ein unglücklicher Mitarbeiter?


Von: Wolff Horbach


Wolff Horbach, der die Seite www.faktor-g.de betriebt, hat nachgerechnet:

• Mit dem Mitarbeiter ist ein Monatsgehalt von 4.000 Euro vereinbart. Macht ein Leistungsentgelt von 48.000 Euro jährlich.

• Die Sozialkosten (Lohnzusatzkosten) betragen ca. 70%, in manchen Branchen sogar noch mehr. Machen aufgerundet 34.000 Euro.

• Das sind in der Summe 82.000 Euro.

• Das Unternehmen muss aber den Mitarbeiter auch unterbringen (Gebäude, Strom, Heizung, …) und mit Arbeitsmitteln (Auto, Computer, Büroausstattung, …) versehen. Letztere hängen natürlich stark vom Arbeitsgebiet ab. Seihen wir grosszügig und nehmen einmal nur 18.000 Euro pro Jahr an.

• Dann würde bis hierher der Mitarbeiter schon mal 100.000 Euro im Jahr kosten.

 

Das Unternehmen ist natürlich kein Wohltätigkeitsverein, sondern erwartet vom Mitarbeiter eine Gegenleistung, die die Kosten übersteigt. Ansonsten würde ein Anstellung keinen Sinn machen. Also erwartet das Unternehmen vom Mitarbeiter einen Gewinn:

• Wenn das Unternehmen einen Gewinn von 20% erwartet, dann müsste der Mitarbeiter pro Jahr 120.000 Euro erwirtschaften.

• Das wären auf den Mitarbeiter bezogen 100% Leistung.

 

Was passiert aber, wenn der Mitarbeiter im Unternehmen nicht glücklich ist, weil

• sein Talent nicht erkannt und/oder genutzt wird

• eine schlechte Führung zur Leistungsverweigerung veranlasst

• ein schlechtes Betriebsklima eher zu Dienst nach Vorschrift verleitet?

 

Klar, der Mitarbeiter bringt dann eben keine 100% Leistung, sondern weniger. Die Wirkungen sind fatal:

• Reduziert der Mitarbeiter seine Leistungen bewusst oder unbewusst auf 90% (klingt immer noch sehr hoch), dann hat das Unternehmen statt der erwarteten 20% Gewinn nur noch 8%. (120 x 0,9 = 108). Also: Die Reduzierung von «nur» 10% der Leistung drittelt fast den erwarteten Gewinn.

• Reduziert der Mitarbeiter sein Leistungen auf 80%, dann hängt das Unternehmen bereits mit 4.000 Euro in den roten Zahlen.

• Fährt der Mitarbeiter seine Leistungen auf 50% zurück, dann kostet das dem Unternehmen jährlich 40.000 Euro.

 

 

Gallup zeigt mit seinen jährlichen Untersuchungen, dass diese Zahlen nicht aus der Luft gegriffen, sondern leider traurige Realität sind.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist also ein ganz sensibler Faktor. Halt der Faktor G. Und dieser entscheidet ganz stark mit, ob es einem Unternehmen gut geht oder nicht.

 

 

Vor kurzem gab Gallup wieder seine Untersuchungszahlen über die Jobzufriedenheit der Deutschen bekannt (siehe Bericht im Spiegel). Gallup führt diese Untersuchung seit 2001 jährlich durch.

Das Bild sieht 2006 noch etwas düsterer aus als in den letzten Jahren:

• 19% - fast jeder fünfte Arbeitnehmer - hatte keine innere Bindung zum Unternehmen. Er ist frustiert, hat die innere Kündigung ausgesprochen und betreibt vielleicht sogar Sabotage.

• 68% - mehr als zwei Drittel - verspüren nur eine geringe Bindung zum Unternehmen. Sie laufen mit und machen Dienst nach Vorschrift. Von Engagement keine Spur.

• Nur 13% - nicht einmal jeder Siebte - hat eine emotionale Bindung zum Unternehmen. Er/Sie setzt sich aktiv ein und ist mit dem Job zufrieden.

Mit anderen Worten: die Gruppe eins und zwei machen zusammen 87% aus. Abermillionen von Arbeitern und Angestellten, die nur widerwillig und frustiert ihren Job machen und dabei ziemlich unglücklich sind. Hauptquell der Frustation sollen die Chefs sein und weniger die Arbeit selbst. Was sind das für «Führungs»-Leute und Manager, die Millionen von Menschen unglücklich machen? Wann kapieren diese Hornochsen endlich, was sie da anrichten. Nicht nur menschlich sondern auch wirtschaftlich für das eigene Unternehmen. Frustierte Mitarbeiter leisten nur einen Bruchteil dessen, was sie leisten könnten.

Höchste Zeit für einen radikalen Wandel. Ich weiß nicht, was die freundlichen Damen und Herren von Gallup empfehlen, ich empfehle den Glücksbeauftragten.

 

 

Quelle: http://www.faktor-g.de

 

Freitag, 09. November 2007

 


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