"Wasche dich nicht!"
Körpergeruch hat ein schlechtes Image. Das findet Duftforscher Hanns Hatt schade und empfiehlt, öfter mal auf unsere Nase zu hören.
taz: Deopflicht am Arbeitsplatz - das fordert Ursula Frerichs, die Präsidentin des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft. Herr Hatt, warum stört uns Schweißgeruch so sehr?
Hanns Hatt: Das ist ein kulturelles Problem. Es gibt keine genetische Disposition, Schweiß als unangenehm zu empfinden. Durch unsere Erziehung definieren wir Schweißgeruch als negativ. Eltern erzählen ihren Kindern, sie würden nach Schweiß "stinken". Das war nicht immer so. Vor 200 Jahren war Schweißgeruch für manche Nasen durchaus attraktiv. Napoléon hat seiner Joséphine immer geschrieben: "Wasche dich nicht, ich komme!"
Ist Körpergeruch denn ein Zeichen mangelnder Hygiene?
Heute jagen wir jedem Duftmolekül im Körper nach und versuchen, es wegzuschrubben. Wenn sich jemand nicht wäscht und die Kleidung nie wechselt, ist dieser Geruch auch ein Zeichen dafür, dass derjenige - zumindest nach unserer gesellschaftlichen Auffassung - nicht genügend körperliche Hygiene betreibt.
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