Wem gehört die Stadt?
In den Nischen großer Städte wie Berlin gedeiht seit Jahren eine vielfältige Kultur der Kooperation und Selbstbestimmung. Sie ist von Widersprüchen geprägt, aber sie wächst weiter.
Als ich 1996 nach drei Jahren in Neustadt an der Weinstraße wieder zurück nach Berlin kam, liebte ich jede Schmuddelecke dieser Stadt. Eine Fahrt mit der Berliner S-Bahn gab mir mehr Denkanregungen als eine Woche Alltag in der Kleinstadt. Berlin ist laut und dreckig, aber auch bunt und geradeheraus. Das ist nicht immer schön, aber du siehst, woran du bist. Da war plötzlich dieses Schild am Rankeplatz, nicht weit von der Gedächtniskirche: »Dieser Platz ist Privateigentum. Essen und Trinken auf den Bänken verboten.« Ich war erschrocken, empört – und fühlte mich hilflos. Dass öffentliche Plätze verkauft wurden, war mir neu. Heute ist es nur noch eine Randnotiz in der »taz«, wenn Dussmann mal wieder eine Demonstration verbieten lässt, weil ihm die Friedrichstraße vor seinem Kaufhaus gehört.
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