Wer hat Angst vor Cécile Lecomte?
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht: Nicht nur der gesunde Menschenverstand, auch Grundrechte werden außer Kraft gesetzt, wenn es um Atomkraft geht. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man den Berichten der Umweltaktivistin Cécile Lecomte, besser bekannt als »Eichhörnchen«, lauscht.
Nachdem sie sich an einer Kletteraktion bei Fulda beteiligte, um ihrem Protest gegen den jüngsten Castor-Transport ins Wendland Ausdruck zu verleihen, wurde die 29-Jährige festgenommen und wie eine Schwerverbrecherin behandelt. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wurde ausgesetzt, »aus organisatorischen Gründen«, habe es geheißen, berichtet sie auf ihrem Blog. Cécile wurde in ein Gefängnis gebracht, in dem ehemals RAF-Terroristen verwahrt wurden, über sie wurde eine Kontaktsperre verhängt und ihr wurde die »Bildung einer terroristischen Vereinigung« zur Last gelegt. All dies wegen eines Tatbestandes, der, wenn überhaupt, gerade mal als Ordnungswidrigkeit einzustufen gewesen wäre. Aber lesen Sie selbst – auf Ihrem Blog berichtet Cécile Lecomte über die Gefangennahme und Schikane einer aufrechten, couragierten Bürgerin:
»Irgendwie ist es alle Jahre wieder das selbe, wenn der Castor kommt: der Polizeistaat kommt und die Grundrechte gehen - und ich lande immer wieder in einer traurigen kahlen Zelle. - Weil ich zu meinen Handlungen und Überzeugungen stehe. Im Radio dröhnt: »Der Castor kommt nur langsam voran. Zahreiche Blockaden behindern seine Fahrt.« Das freut mich, schließlich habe ich auch meinen Beitrag dazu geleistet. Zur Ruhe komme ich aber in dieser Situation nur schwer. Ich schlafe schließlich vor Erschöpfung ein und kriege es kaum mit, wenn das Licht stündlich ›Zur Lebenskontrolle‹ kurz durch die Schließerin eingeschaltet wird.«
Weiterlesen unter: http://blog.eichhoernchen.fr
Quelle: www.oya-online.de
Druckversion

















