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Ein Buch, das die Schweiz verändert




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2. erw. Auflage, Fr. 18.70/€ 14.–.



Wir sind alle Sklavenhalter

Webseite ruft zur besseren Kontrolle der Zulieferketten auf


 


Slavery Footprint will mit dem Mythos aufräumen, Sklaverei sei ein Übel der Vergangenheit. Auf www.slaveryfootprint.org kann man durch das Beantworten von elf Fragen herausfinden, wie viele Sklaven für den eigenen Lebenswandel schuften müssen. Nach dem schockierenden Ergebnis liefert das Web-Angebot Vorschläge, um die Situation zu verbessern. «Sklaverei ist keine exotische Menschenrechtsverletzung. Das Problem ist nach wie vor sehr real», sagt Amnesty-International-Österreich-Generalsekretär Heinz Patzelt.

 

30 Sklaven für jeden

 

Laut Slavery Footprint arbeiten für jedes Mitglied der westlichen Konsumgesellschaft im Durchschnitt 30 Sklaven. Diese Zahl wurde aus den Berichten internationaler Organisationen ermittelt. Als Sklaven sind hier all jene definiert, die gezwungen sind, ohne Bezahlung zu arbeiten, wirtschaftlich ausgebeutet werden und sich nicht selbst aus ihrer Situation befreien können. «Man muss vorsichtig sein. Sklaverei muss genau definiert werden. Es gibt so viele Abstufungen, wie etwa Zwangsarbeit, dass oft verschiedene Menschenrechtsverletzungen vermischt werden. Bei echter Sklaverei liegt eine völlige Abhängigkeit vor, Menschen werden gekauft, verkauft, abgenutzt und weggeworfen. Auch genaue Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen», so Patzelt.

 

Bei Slavery Footprint können User Fragen zu ihrem Lebenswandel beantworten. Anschliessend erfahren sie, wie viele Sklaven sie «beschäftigen» und wie hoch dieser Wert im Verhältnis zum allgemeinen Durchschnitt ist. «Grundsätzlich ist jede Art von Aufmerksamkeit für dieses Thema zu begrüssen. Das Hinweisen auf solche Menschenrechtsverletzungen ist eine wichtige Aufgabe im Kampf um die Verbesserung der Situation», erklärt Patzelt. Auf einen Wert von null Sklaven zu kommen, ist übrigens nicht möglich, ausser der Lebenswandel entspricht dem eines Eremiten.

 

Konsumverhalten hinterfragen

 

Die Webseite ruft die User dazu auf, Briefe an Handelsketten zu schreiben. So sollen die Firmen dazu gebracht werden, ihre Zulieferketten unter die Lupe zu nehmen. Es gibt sogar vorgefertigte Schreiben an viele bekannte Bekleidungs-, Elektronik- und Kosmetikketten, die nur noch unterschrieben und abgeschickt werden müssen. «Interesse an der Herkunft von Produkten und ein bewusstes Einkaufsverhalten sind ein Weg, die Verhältnisse zu ändern. Den Hochglanzprospekten der Industrie darf man nicht glauben, kritisches Konsumverhalten ist der Schlüssel», so Patzelt.

 

 

 

Quelle: www.pressetext.com

 

Sonntag, 09. Oktober 2011

 


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