«Wir sitzen im Glashaus»
Rechtsextremismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch Christen sind Teil des Problems. Teilnehmer einer Tagung diskutierten in Wittenberg Auswege.
Rechter Terror in Deutschland - es ist auch die Zeit der endlosen Reden: Politiker fordern Aufklärung. Sie sagen jetzt, die Zusammenarbeit der Behörden müsse verbessert werden. Ermittlungspannen werden kritisiert. Durchs Land hallt wieder der Ruf nach einem NPD-Verbot. Es soll eine Gedenkveranstaltung für jene geben, die seit 2000 Opfer der Neonazi-Morde geworden sind. Man denkt darüber nach, die Hinterbliebenen zu entschädigen. So weit, so gut.
Die Frage ist aber, ob sich grundsätzlich und langfristig etwas verändert. Ob entschiedener als bisher gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus vorgegangen wird. Und ob man jene, die das bereits machen, mehr stärkt - unten, an der Basis, in Orten wie Jena, wo auch das Zwickauer Neonazi-Trio herkam. Zu den ersten Amtshandlungen hätte die Abschaffung der Extremismus-Klausel gehören können. Seit es sie gibt, müssen Vereine und Initiativen, wollen sie Fördergelder haben, zunächst erklären, dass sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Und sie sollen ihre Initiativ- oder Projektpartner auch auf deren Gesinnung überprüfen. »Tödlich« nennt Christian Staffa die Klausel und bekräftigt: »Sie muss weg.«
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