Zeit, einen Baum zu Pflanzen
Dem Interview waren unzählige, mühsame Anrufe und Mails vorausgegangen. Einmal versprach mir die Assistentin ein halbstündiges persönliches Gespräch mit ihrer Chefin in London, dann passte das wieder nicht mehr, dann war der Termin wieder garantiert, schliesslich sollte aus dem Treffen ein halbstündiges Telefongespräch werden, und dann war es plötzlich nicht mehr London, sondern Oslo – irgendwann.
Und als ich die Hoffnung längst aufgegeben hatte, kam das Mail: «Professor Maathai will meet you in London tomorrow afternoon, 4 pm.» Im Park Lane Hotel am Regent Park, die Fotografin und ich möchten doch bitte pünktlich sein.
Und dann kam sie. Durch das Grau und Schwarz der Anzüge wirbelte ein gelbes Energiebündel, und in der vornehmen Hotellobby schien mitten am Nachmittag die Sonne aufzugehen: Wangari Maathai war da, herzlich, ernsthaft und bestens gelaunt.
40 Millionen Bäume waren dank ihrer Initiative «The Green Belt Movement» in Afrika gepflanzt worden. 2004 hatte sie dafür den Friedensnobelpreis erhalten – eine späte Würdigung eines jahrzehntelangen Kampfs für Umweltschutz und Menschenrechte in Afrika.
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