Zwickmühle: EU plant Regulierung gegen Bankruns

Bankkonten sollen 5 bis 20 gtage lang eingefroren werden können


Von: Christoph Pfluger


Die Bankenkrise in Europa ist noch längst nicht ausgestanden. Entgegen geltendem Recht wurden in Italien Banken mit insgesamt 17 Mrd. Euro öffentlichen Geldern gerettet. Und anfangs Juni erlitt der spanische Banco popolar einen Bankrun und musste von der Grossbank Santander übernommen werden, die nun eine grosse Kapitalerhöhung anschieben muss.

 

Dass die Krise bei Europas Banken vermutlich tiefer sitzt als zugegeben, zeigt auch der Umstand, dass die EU über eine Regelung diskutiert, Bankkonten für fünf, in schwereren Fällen gleich 20 Tage einzufrieren. Gemäss dem Entwurf der estnischen EU-Präsidentschaft sind davon auch einlagengesicherte Konten mit weniger als 100’000 Euro betroffen. Man geht also offenbar davon aus, dass auch die Sicherung nicht hält, wenn sie gebraucht wird.

 

 

Die Meinung der EU-Staaten ist gemäss einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom 28. Juli noch sehr uneinheitlich. Die Massnahme könnte nämlich einen gegenteiligen Effekt haben. Anstatt einen Bankrun zu verhindern, könnten sie frühzeitig einen auslösen, weil die Kunden schon bei Gerüchten ihr Geld abziehen.   

 

Quelle: «EU explores account freezes to prevent runs at failing banks», Reuters 28.7.17.

 

https://www.reuters.com/article/us-eu-banks-deposits-idUSKBN1AD1RS

 

 

Freitag, 11. August 2017

 


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