Abstand halten gilt auch für Standup-Paddler – aber aus Rücksicht auf die Tiere

Während sich die Bevölkerung an den heissen Sommertagen auf das kühle Wasser freut, bedeutet das hohe Aufkommen an Freizeitaktiven auf den Seen für Tiere eine grosse Herausforderung. Dank einfachen Verhaltensweisen können Stand-Up-Paddlerinnen und Kanuten dazu beitragen, dass Wasservögel und andere Wildtiere weniger gestört werden.

Die Zahl der Stand-Up-Paddler (SUP) hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Aber die Gewässer sind auch Lebensraum für zahlreiche Tierarten wie Vögel, Fische und Libellenlarven. Vögel ziehen ihre Jungen im oder am Schilf auf, Jungfische und Libellenlarven halten sich vor allem in Flachwasserzonen auf.

Rücksicht auf die Natur

«Die menschliche Silhouette ist auf dem Stand-Up-Paddle-Board weithin sichtbar und für die meisten Vögel signalisiert der Mensch eine Bedrohung. Vögel flüchten daher oder unterbrechen die Nahrungssuche. Zahlreiche oder langandauernde Störungen führen dazu, dass Vögel gute Lebensräume meiden oder der Bruterfolg schlechter wird. In Flachwasserzonen werden Jungfische aus diesem für sie guten Lebensraum vertrieben und Libellenlarven, Muscheln oder andere Tiere auf dem Seeboden können durch das Paddeln beeinträchtigt werden», hält Christa Glauser von BirdLife Schweiz fest.

Vier Verhaltensweisen

Mit Leporello, Plakaten und der Website www.natur-freizeit.ch/wasser werden im Sommer 2020 vier einfache Verhaltensweisen kommuniziert, die den Stand-Up-Paddlerinnen und weiteren Wassersportlern zeigen, wie sie rücksichtsvoll auf dem Wasser unterwegs sind.

  1. Abstand halten zum Schilf – wo immer möglich 100 Meter. Im Schilf brüten und verstecken sich viele Vögel.
  2. Abstand halten zu Kiesinseln und Sandbänken – nach Möglichkeit 100 Meter oder mehr. Hier rasten und brüten viele Vögel oder suchen Nahrung.
  3. Grosse Distanz wahren zu Vogelansammlungen – besonders im Winter. Störungen sind schon aus Entfernungen von einem Kilometer möglich.
  4. Schutzgebiete respektieren – stets ausserhalb der Grenzen bleiben. Diese sind teilweise mit gelben Bojen oder Tafeln markiert und in Karten eingezeichnet.

Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht»

Erholungssuchenden und Sportaktiven aufzeigen, wie sie sich auf dem Wasser naturfreundlich bewegen können: dies ist das Ziel der Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht». Im Sommer 2020 startet sie mit zwei Pilotregionen am oberen Zürichsee und am Genfersee. Verständnis und Respekt gegenüber Wildtieren – wie es in den vier Verhaltensweisen zum Ausdruck kommt – brauchen eine breite gesellschaftliche Abstützung.

Verein «Natur & Freizeit»

Die Naturschutz- und Sportverbände sind im Verein «Natur & Freizeit» organisiert. Seit 10 Jahren wird die Kampagne «Schneesport mit Rücksicht» mit Erfolg durchgeführt: www.natur-freizeit.ch/schnee. «Aufgrund der boomenden Wassersportaktivitäten dehnt der Verein «Natur & Freizeit» seine Aktivitäten auf den Wassersport aus. In der diesjährigen Pilotkampagne wird getestet, ob und wie wir die Stand-Up-Paddler, Kanutinnen und andere Wassersportler erreichen», sagt Kampagnenleiter Reto Solèr. In den nächsten Jahren soll die Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht» auf weitere Seen und Wassersportarten ausgeweitet werden.
Die Kampagne wird getragen von: BirdLife Schweiz, Genossenschaft WeitWandern, JagdSchweiz, Kitesurf Club Schweiz, Mountain Wilderness Schweiz, Naturfreunde Schweiz, Netzwerk Schweizer Pärke, Pro Natura, SchweizMobil, Schweizer Alpen-Club, Schweizer Bergführerverband, Schweizer Wanderwege, Schweizerische Vogelwarte Sempach, Seilbahnen Schweiz, Swiss Canoe, Swiss Sailing, Swiss-Ski, Swiss Snowsports Association, Verband Schweizer Wanderleiter.

www.natur-freizeit.ch/wasser