Grünflächen senken die Lust auf schädliche Laster

Laut einer Studie aus England besteht ein Zusammenhang zwischen dem Anblick von Grün und der Reduktion beim Konsum ungesunder Substanzen. Ein Grund mehr für mehr Grün in den Städten.

Blick in einen sommerlichen Wald hinein, links ein Laubbaum, rechts hohe braune Baumstämme, Bodendecker
Bäume sondern Stoffe ab, die uns gut tun. (Bild: Claudia Fahlbusch)

Der Anblick von Grün von zu Hause aus soll die Lust auf den Konsum von Alkohol, Zigaretten und ungesundem Essen dämpfen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die unter der Leitung der University of Plymouth durchgeführt wurde. Die in Health & Place veröffentlichten Forschungsergebnisse weisen erstmals nach, dass bereits der passive Kontakt mit einer nahegelegenen Grünfläche die Häufigkeit und die Stärke des Verlangens reduziert.

Schon frühere Erkenntnisse wiesen darauf hin, dass Sport in der Natur derartige Verlangen reduzieren kann. Nun sieht es ganz so aus, als ginge das auch ohne körperliche Aktivität. Die Wissenschaftler betonen, dass die neuen Forschungsergebnisse weitere Belege dafür lieferten, dass es notwendig ist, Grünflächen in Städten zu schützen und in sie zu investieren.

Die Studienteilnehmer beantworteten einen Online-Fragebogen, der verschiedene Aspekte des Kontakts mit der Natur, Verlangen und negativen Emotionen abfragte. Unter anderem wurde der Anteil an Grünflächen in der Wohngegend untersucht, grüne Ausblicke von zu Hause, der Zugang zu einem Garten oder einer Kleingartenanlagen sowie die Häufigkeit ihrer Nutzung.

Der Zugang zu einem Garten oder einer Kleingartenanlage stand mit einer geringeren Stärke des Verlangens nach ungesunden Genussmitteln und einer geringeren Häufigkeit, diese zu konsumieren, in Verbindung. Ausblicke mit mehr als 25 Prozent Grünflächen führten zu einer ähnlichen Reaktion. Gemäss Forschungsleitung sind nun weitere Studien erforderlich, damit untersucht werden kann, ob und wie Grünflächen dazu beitragen können, Menschen mit problematischen Begierden zu helfen.

Dass Grün gesund ist, weiss man schon länger. Die japanische Forstbehörde regt die Bevölkerung seit 1982 an, Ausflüge in den Wald als Bestandteil eines guten Lebensstils zu integrieren. Der Aufenthalt im Wald wirkt wie eine Art Aromatherapie, weil dabei ätherische Öle eingeatmet werden, welche die Bäume in die Luft abgeben. Auch enhält die Luft im Wald Terpene. Diese regen die Produktion von Zellen im menschlichen Körper an, die gegen Krebs wirken. Ausserdem verringert das so genannte Waldbaden (Shinrinyoku) Angstzustände, Depressionen und Wut. Der waldbadende Mensch baut Stresshormone ab und erfreut sich gesteigerter Vitalität.

Anstrengen muss man sich beim Waldbaden übrigens nicht: Ein gemütlicher Spaziergang tut es auch.

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Quelle: pressetext.com