Ist Trump bereit, sich frontal gegen die Briten zu stellen?

Die wichtigen Treffen Präsident Trumps mit Wladimir Putin und Xi Jinping in Osaka zeigen, daß er sich von einigen Einschränkungen, die ihm das „Russiagate“ auferlegt hatte, befreit hat.

Trump ist sich auch (zumindest teilweise) bewußt darüber, daß Großbritanniens Establishment und Geheimdienste maßgeblich an den Regimewechseloperationen gegen ihn beteiligt waren, ebenso wie an verschiedenen Provokationen, mit denen mehrere geplante Gipfeltreffen mit den russischen und chinesischen Staatschefs sabotiert wurden. Diese schmutzige Rolle Londons wurde erneut unterstrichen, als geheime Kabel des britischen Botschafters in Washington, Sir Kim Darroch, an die Presse durchsickerten, die viele abfällige Kommentare über Trump und dessen Regierung sowie Hinweise auf Operationen unter falscher Flagge enthielten.

Die Kabel, die die britische Daily Mail am 6.7. veröffentlichte, zeigen auch, wie Sir Kim, ein Diplomat und Geheimdienstoffizier, empfohlen hat, britische Einflußagenten möglichst nahe an Präsident Trump heranzubringen, um die „Zone“ der Ratschläge, die er erhält, „zu überfluten“. Dies allein sollte Anlaß für eine umfassende Untersuchung dieser ausländischen Einmischung auslösen.

Trumps Ansprache an die Nation am Unabhängigkeitstag am 4. Juli war auch Ausdruck eines neuen Selbstvertrauens und Verständnisses, wer der wahre Feind Amerikas ist. Er verwies mehrfach auf die Einzigartigkeit der Amerikanischen Revolution und betonte dabei u.a., die amerikanische Republik sei durch ihren Kampf gegen das Britische Empire geprägt worden. Er zitierte aus dem Anfang der Unabhängigkeitserklärung und erinnerte das Publikum daran, daß die Briten „gekommen waren, um die Revolution in ihren Kinderschuhen zu ersticken“. Er erinnerte daran, wie General Washingtons Soldaten eine Statue von König Georg niederrissen und daraus Kugeln für den Kampf schmolzen.

Trump machte auch in einem Interview mit Tucker Carlsson von Fox News, über das europäische Medien fast gar nicht berichteten, äußerst wichtige Bemerkungen darüber warum er den Zorn der Kriegsfraktion auf sich gezogen hat ,:
Afghanistan: In dem Interview, das in Japan beim G20-Treffen geführt, aber erst am 1.7. ausgestrahlt wurde, sagte Trump, die USA seien seit 19 Jahren in Afghanistan, aber nicht, um einen Krieg zu gewinnen, sondern sie seien dort zur Polizei geworden. „Wir sind der Polizist für die ganze Welt“, und das sei nicht richtig. Rußland „ist keine Polizei auf der Welt... sie sind die Polizei für Rußland“ China sei kein Weltpolizist und habe nicht „überall Truppen. Was sie haben, sind Leute, die Rohstoffe aus dem Boden holen. Sie haben keine Truppen.“
Irak: Zu den Angriffen auf das World Trade Center vom 11.9.2001 sagte Trump in einem Nebensatz, die Regierung Bush habe „das falsche Land angegriffen“. Die Terroristen „kamen nicht aus dem Irak“. Er erwähnte nicht ausdrücklich, daß 15 der 19 Täter Saudis waren...
Niedergang der US-Städte: Als Carlsson die sauberen Städte in Japan im Gegensatz zu dem Dreck, Graffitis und Junkies auf den Straßen von New York, San Francisco usw. zur Sprache brachte, gab Trump zu verstehen, daß möglicherweise die Bundes-regierung eingreifen werde, um diese „schändlichen“ Zustände zu beenden, auch was die schnell wachsende Zahl von Obdachlosen betrifft. Er machte die Politik der „Zufluchtsstädte“ (für illegale Migranten) dafür verantwortlich, die das „liberale Establishment“ vor etwa zwei Jahren begonnen habe.

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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).

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