Können die Friedensorganisationen enger zusammenarbeiten?

Konferenz der Schweizerischen Friedensorganisationen 2020, Freitag, 13. März 2020 in Olten

(Foto: Jonaathan meyer / unsplash.com)

Seit mehreren Jahren treffen sich die Schweizerischen Friedensorganisationen jährlich zur Vernetzung, zum Austausch und zur Koordination ihrer Aktivitäten. In diesem Jahr stehen gleich drei wichtige Themen im Vordergrund: Forderungen der schweizerischen Friedensorganisationen zur Wahl der Schweiz in den UNO-Sicherheitsrat; Beteiligung der schweizerischen Friedensorganisationen beim weltweiten Marsch Jai Jagat und die Schaffung eines schweizerischen Friedenszentrums.

Tagtäglich engagieren sich in der Schweiz beinahe hundert Friedensorganisationen. Eine grosse Kraft! Umso mehr, wenn diese Kräfte gebündelt wirken können. Aus diesem Grund wird der Vernetzung und dem Austausch unter den Friedensorganisationen mit der schweizerischen Friedenskonferenz Raum geschaffen.
Die Konferenz wird von Jahr zu Jahr von einer anderen Organisation gestaltet. 2020 ist die Organisation Friedenskraft am Ruder. Unterstützt wird diese Arbeit durch den Schweizerischen Friedensrat. Mit dem Verein Friedenskraft hat eine der wohl jüngsten Friedensorganisationen der Schweiz, sie wurde 2018 gegründet, die Organisation der Friedenskonferenz übernommen.

Die Themen, die in diesem Jahr von den Friedensorganisationen diskutiert werden, sind vielfältig. Es sollen Forderungen formuliert werden, die anlässlich der möglichen Wahl der Schweiz in den UNO-Sicherheitsrat diskutiert werden. Es werden Aktionen geplant, die anlässlich der Ankunft des Marsches Jai Jagat in der Schweiz gemeinsam durchgeführt werden können und es wird die Idee geprüft, gemeinsam ein schweizerisches Friedenszentrum zu eröffnen.

Die Schweiz kandidiert als nichtständiges Mitglied für den UNO-Sicherheitsrat für die Periode 2023/ 24. Die Mitgliedschaft im Sicherheitsrat, des für Krieg und Frieden potenziell wichtigsten Gremiums der Welt, bietet der Schweiz die Chance, ihre bestehende aktive Politik in der UNO für Frieden und Menschenrechte zu intensivieren. Auch Klima-, Gender- und weitere Konfliktfragen spielen im Sicherheitsrat eine Rolle. Aus friedens- und menschenrechtspolitischer Sicht sollte die Aussenpolitik aber glaubwürdiger und kohärent gestaltet werden, damit die Mitarbeit im Sicherheitsrat innen- und aussenpolitisch zu einem Erfolg werden kann.

Jai Jagat 2020 ist  eine  globale  Bewegung  für  Frieden und Gerechtigkeit,  die  dem Konzept gewaltfreien Handelns nach Gandhi folgt. Am  02.10.2019, Gandhi's  150. Geburtstag, startete  ein Marsch von Delhi/ Indien nach Genf. Weltweit finden zeitgleiche Aktionen statt, die im September 2020 in einen Dialog der Zivilbevölkerung untereinander und mit den Vereinten Nationen münden werden.

Das Haus der Familie Ragaz an der Gartenhofstrasse 7 in Zürich-Aussersihl, in dem heute der Schweizerische Friedensrat sein Büro hat, ist schon lange ein Knotenpunkt in einem dichten Netzwerk sozialer Bewegungen mit lokaler, regionaler und internationaler Ausstrahlung. Der Gartenhof war einerseits Teil der internationalen Settlementbewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch die Schweiz erreichte. Durch Sozial-, Bildungs- und Nachbarschaftsarbeit sollte die Lage der arbeitenden Bevölkerung verbessert werden.

Andererseits entwickelte sich der Gartenhof nach dem Ersten Weltkrieg zu einem radikalpazifistischen Zentrum. Prägend wirkte Clara Ragaz-Nadig, die im Frühjahr 1919 zusammen mit der späteren amerikanischen Nobelpreisträgerin Jane Addams eine grosse Frauenfriedenskonferenz auf neutralem Boden in Zürich organisierte. Die Vernetzung der schweizerischen Friedensorganisationen ist wichtig. Inwiefern diese Zusammenarbeit strukturell wieder stärker verbunden werden kann, soll an der Friedenskonferenz 2020 diskutiert werden.

Informationen zur Friedenskonferenz

Kommentare

Können die Friedensorganisationen enger zusammenarbeiten?

von heureka47 7. Apr 2020
Daß wir nach so vielen Jahren / Jahrzehnten mit Friedensorganisationen, -initiativen usw. noch keinen - wahren - Frieden haben, müßte die Akteure doch eigentlich zu der Frage leiten, ob man wirklich alle Aspekte / Faktoren des Problems "auf dem Zettel" hat - oder ob man evtl. noch einen (wesentlichen) übersehen hat. "Frieden ist möglich" schrieb Fanz Alt vor etlichen Jahren. Das sage ich auch - aber ich verweise dazu nicht auf die "Politik der Bergpredigt", sondern darauf, daß nur wahrhaft weise Menschen Frieden schaffen und - auch über Krisen hinweg - aufrechterhalten können. Wahren Frieden - der etwas anderes ist als nur das Ruhen militärischer Aktivitäten. Das Problem fängt damit an, daß wir in der zivilisierten Gesellschaft kaum mehr wahrhaft weise Menschen haben. Erhebungen von vor ca. 20 oder 30 Jahren zufolge streben nur etwa 1 % der Menschen nach Weisheit - und evtl. nur ein Bruchteil davon erlangt tatsächlich den Bewußtseinszustand bzw. die Bewußtseins-Ebene der wahren, göttlichen, Weisheit. In gesunden, wahren, menschlichen Kulturen ist aber die Regel, daß jeder Erwachsene auch göttlich weise - geworden - ist; und zwar durch den Prozeß
  • des Aufstiegs (Ascension; "Himmelfahrt") zur höheren Seins- / Bewußtseins-Ebene;
  • der Verwandlung (Transformation; wie im Märchen "Froschkönig");
  • der "Einweihung" (Initiation; in das Geh'-heim-nis des wahren Seins;
  • der "zweiten Geburt", wie Jesus Christus dem Nikodemus zu erklären versucht;
  • der "Heldenreise" (lt. Campbell) wie die des Jason oder Herakles / Herkules; usw.
Vom Wissen über diesen Prozeß / Kult wahrer Kultur(en) sind wir, die Zivilisation, die keine wahre Kultur mehr ist, entfremdet - und zwar durch die schlimmste Krankheit überhaupt: "Kollektive Neurose"; die "Krankheit der Gesellschaft". Diese ist die wesentliche tiefere Ursache der Untergänge aller "Hochkulturen" der nachvollziehbaren Geschichte. Und die bedingten Prophezeiungen der Heiligen Schriften / Bibel sprechen vom letztlichen Aussterben der Menschheit. Kein Wunder bei der Abtrennung von der "Lebens-Energie", einem Aspekt der Seelen-Energie - die mit der kosmischen Information zusammen das Seelen-Potenzial bildet. Die neurotisch entfremdeten zivilisierten Menschen haben nur sehr  wenig / bedingt ihr Seelen-Potenzial zur Verfügung. Darin liegt die wesentliche Ursache der vielen / zunehmenden "Krankheiten" / "Störungen" und der meisten / gravierenden menschlichen Schwächen, die für natürlich gehalten werden. Die Schwäche(n) im Bereich der Beziehungsfähigkeit jedoch ermöglichen die vielen "bösen" Taten und Mißstände. "Frieden ist möglich"; denn: Heilung ist möglich. Das Potenzial dafür trägt jeder Mensch lebenslang unverlierbar bei sich: Die Seele, die er hauptsächlich ist.