„Aargau gegen AKW“

In der Schweiz wird der Aargau überwiegend als Kanton von AKW-Befürwortern wahrgenommen, in dem sich die möglichen Standortgemeinden um ein weiteres Atomkraftwerk streiten. Diese Sicht entspricht nach Ansicht des grünen Nationalrats Geri Müller nicht den Tatsachen. Er hat eine «Plattform Aargau gegen AKW» gegründet. Diese fordert mit einem Grundsatzpapier Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmer, Politiker und Kulturschaffende auf, das Bild des atombegeisterten Kantons zu korrigieren und mit der Unterzeichnung des Grundsatzpapiers ein Signal an die schweizerische Öffentlichkeit sowie die im Kanton ansässigen Stromkonzerne zu senden.

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Kontakt:
info@geri-mueller.ch


Grundsatzpapier „Aargau gegen AKW“


1.    Neubau von Atomkraftwerken

Die Stromwirtschaft und verschiedene, den Stromproduzenten nahe stehenden politische Akteure verlangen den Bau von einem oder mehreren neuen Atomkraftwerken, um eine angebliche zukünftige „Stromlücke“ auf dem schweizerischen Strommarkt zu decken. Die schweizerische Stromversorgung braucht jedoch kein neues AKW. Mit geeigneten Sparmassnahen und alternativen, umweltfreundlichen Energieträgern kann eine sichere Deckung des Strombedarfes der schweizerischen Bevölkerung und Wirtschaft auch in Zukunft gewährleistet werden. Dies ist auch der Fall, wenn ab dem Jahr 2012 die bestehenden Atomkraftwerke die Stromproduktion nach und nach einstellen.


2.    AKW-Betriebsbewilligungen

Heute verfügen alle Atomkraftwerke der Schweiz ausser dem AKW Mühleberg über eine unbefristete Betriebsbewilligung. Die Betreibergesellschaft des Atomkraftwerkes Mühleberg hat 2005 ebenfalls ein Gesuch für eine unbefristete Betriebsbewilligung eingereicht.
Der Verein „Aargau gegen AKW“ lehnt Betriebsbewilligungen ohne zeitliche Befristung grundsätzlich ab. Für die Sicherheit dieser potenziell äusserst gefährlichen Anlagen kann nicht a priori und für Jahrzehnte im Voraus gewährleistet werden. Abnutzungserscheinungen und unvorhergesehene Ereignisse (Erdbeben, Flugzeugabsturz) stellen ein reales Sicherheitsrisiko dar.


3.    Fossile Brennstoffe

Fossile Brennstoffe sind keine Alternative für die Stromerzeugung nach einer allfälligen Stilllegung der schweizerischen Atomkraftwerke. Die Umweltbelastungen, die bei der Förderung, Verarbeitung, Transport und Nutzung dieser Brennstoffe anfallen, insbesondere bezüglich der enormen Treibhausgasemissionen, sowie die begrenzte Verfügbarkeit und abnehmende Reserven schliessen fossile Energieträger im Hinblick auf eine nachhaltige Energieentwicklung der Schweiz als Ersatz für nuklear erzeugten Strom aus. Szenarien für einen CO2-neutralen Ausstieg aus der Atomenergie liegen vor.


4.    Energie-Effizienz und Erneuerbare Energien

Der ansteigende Stromverbrauch der Schweizer Bevölkerung kann – ohne Komforteinbusse – durch einige naheliegende Massnahmen gebremst, der Stromverbrauch insgesamt auf längere Frist sogar gesenkt werden. Deshalb tritt „Aargau ohne AKW“ dafür ein, mit geeigneten Instrumenten die Energieeffizienz in der Schweiz drastisch zu verbessern.
Parallel dazu sollen erneuerbare Energien wie Wind, Sonne, Biogas und Erdwärme in grossem Umfang gefördert werden und längerfristig die gesamte atomare Stromerzeugung ersetzen.

15. Mai 2007
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