Ägypten verwirft Obamas faulen Kriegsplan

Der ägyptische Präsident Abdel-Fattah al Sisi, der mehr als jeder andere arabische Staatschef glaubhaft den Terrorismus bekämpft, hat den Schwindel hinter Präsident Obamas geplantem Kriegsbündnis gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak und in Syrien offengelegt. Deshalb weigert sich Obama nun, Al-Sisi in Verbindung mit der UN-Generalversammlung in New York zu treffen, wo dieser seine Ideen für einen wirkungsvollen Kampf gegen den Terrorismus vorstellen wird. Obama ist offenbar immer noch wütend, weil Al-Sisi sein Vorhaben, den gesamten Nahen Osten der Muslimbruderschaft in die Hände zu treiben, durch die Absetzung des verhaßten Präsidenten Mohamed MURSI durchkreuzte.

Außenminister Sameh Shoukry erläuterte kürzlich auf einer Pressekonferenz Ägyptens Anti- Terror-Strategie. Das Land könne sehr wirksam gegen IS vorgehen, einerseits über seine islamischen Institutionen, wie die Al-Azhar- Universität, die den «radikalen Islam» nicht nur im Irak, sondern in der ganzen arabischen Welt bekämpfen, aber auch mit eigenen militärischen Mitteln. Eine Intervention müsse jedoch immer die völkerrechtlichen Prinzipien des Nationalstaats und der Souveränität achten.


Al-Sisi hat sich in den vergangenen zwei Wochen mit hochrangigen amerikanischen, französischen und britischen Diplomaten getroffen, aber wie es in der regierungsnahen Zeitung Al Ahram hieß, «spricht alles dafür, daß Ägypten nicht in den Krieg zieht. Nicht jetzt, nicht hier, und nicht nach dem amerikanischen Plan.» Al Ahram entlarvt Obamas faule Strategie und zitiert dazu einen früheren Berater der Nasser-Militärakademie, Gen. a.D. Mahmoud Chalaf: «Das ist Propaganda, um die Wut unter Amerikanern zu besänftigen, die durch das Abschlachten zweier US-Bürger durch ISTerroristen im Irak vor den Kopf gestoßen sind. Wenn man Anlagen und Lager mit Kampfflugzeugen vernichtet, wird das zwar die Anlagen und Lager vernichten, aber nicht die Kämpfer. ISElemente versammeln sich nicht als militärische Einheiten, und kleine Gruppen aufzuspüren, ist sehr schwierig.»
Ein anderer Militärexperte sagte der Zeitung: «Wir kämpfen schon gegen den Terrorismus. Wir sind mitten in einem Krieg, dem sich die meisten Mitglieder der Koalition nicht anschließen wollen.  Viele von ihnen setzten die Lieferung wichtiger militärischer Ausrüstung aus.» Letzteres bezieht sich vor allem darauf, daß Obama die Militärhilfe für Ägypten aussetzte.


Der Direktor des Zentrums für Strategische und Politische Nahoststudien, Samir Ghattas, sagte Al Ahram, die ägyptische Regierung sei nicht so naiv, für den Westen Krieg zu führen: «Westliche Regierungen haben aufgezeigt, wie Katar und auch die Türkei Terrorgruppen finanzieren. Dennoch wurden beide Länder eingeladen, sich an dem Anti- Terror-Feldzug zu beteiligen. Wir glauben, die USA haben einen Plan B, der darin besteht, Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten zu schüren.»



Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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25. September 2014
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