Airlines schwindeln beim Klimarechnen

Fluggesellschaften nehmen es mit den selbst gewählten Klimarechnern nicht genau. Die Luftfahrtindustrie betreibt massives Lobbying, um die wahren Ausmasse ihres Beitrags zu den Treibhausemissionen zu verschleiern.


Österreichische NGOs haben die österreichische Fluglinie AUA dabei ertappt, dass der "CO2-neutrale" Klimarechner nur ein Drittel der tatsächlichen Emissionen berücksichtigt. In der unrichtigen Berechnung wird der so genannte Radiation Force Index (RFI-Faktor) ausgespart. Dieser Multiplikator, der den erhöhten Emissionsausstoss in höheren Flughöhen ausdrückt, gilt laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) aber als wissenschaftlich erwiesen und wurde auch im IPCC-Report von 2007 angeführt. "Es geht uns nicht darum, auf die AUA zu schlagen, sondern es liegt uns etwas daran, der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, dass die Mobilität eben Folgen für die Umwelt hat", meint Klimabündnis-Sprecher Hannes Höller im pressetext-Gespräch.

Petition gegen 'Dumping-Emissions-Rechner’
"Diese Kritik betrifft allerdings nicht nur die AUA. Die Luftfahrtindustrie insgesamt betreibt immer noch massives Lobbying, um die wahren Ausmaße ihres Beitrags zu den Treibhausemissionen zu verschleiern", so Chladek vom Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung respect.at, "Auch die Internationale Zivilluftfahrt Organisation ICAO preist einen Emissionsrechner, der viele Faktoren unberücksichtigt lässt", ärgert sich die Expertin. "Wir als NGOs werden am Welttourismustag am 27. September eine Petition gegen diesen 'Dumping-Emissions-Rechner' der Welttourismus-Organisation UNWTO übergeben."


Mehr Informationen:
http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080808014