AKW- und Kohlestrom in ökologischer Mogelpackung

"Strom mithilfe klimaschonender Technologien aus regenerativen Quellen“ verkauft ein Hamburger Anbieter. Der gelieferte Strommix enthält aber 20 Prozent Elektrizität aus Uran- und Kohleverbrennung.

Der Ökostromanbieter LichtBlick soll an der Leipziger Strombörse European Energy Exchange mehrfach Nicht-Ökostrom eingekauft haben, berichtet die Financial Times Deutschland. Obwohl der Anbieter auf seiner Website wirbt, "Strom mithilfe klimaschonender Technologien aus regenerativen Quellen zu gewinnen" und diese Energieformen als "die einzige Alternative zu Atomstrom, Kohle und Öl" sieht, dürfte er die klimabewussten Verbraucher an der Nase herum geführt haben. Schließlich wird an der Leipziger Strombörse vorrangig Energie aus Atom- und Kohlekraftwerken gehandelt.

Der Konzern rechtfertigt die Vorgehensweise damit, als dass diese Atom- und Kohlestrom-Zukäufe nicht den planbaren Stromeinkauf betreffen, der den prognostizierten Kundenbedarf deckt. Vielmehr nutzte man Atom- und Kohlestrom "zur Kompensation von kurzfristig auftretenden Abweichungen zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Verbrauch der Kunden." Dies widerspreche der TÜV-Zertifizierung nicht. Angesichts der größer werdenden Anbieterzahl und der wachsenden Unübersichtlichkeit von Angeboten mehren sich Stimmen, dass sich vermeintliche Ökostromangebote häufig als "grüne Mogelpackungen" entpuppen könnten.

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http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080611019