Atomversuche: Veteranen leiden an genetischen Störungen

50 Jahre dauerte es, bis Wissenschafter die schweren gesundheitlichen Schäden bei Veteranen als Folge der britischen Atombomentest nachweisen konnten. Jahrzehnte weigerten sich die Behörden, die Test an den Veteranen zuzulassen. Die ehemaligen Soldaten, die 1957 nahe dem Testgelände bei der Christmas Island mit dem Schiff unterwegs waren, leiden an so genannten Translokationen, an Verschiebungen von Chromosomenabschnitten. Sie sind die Ursache für die Entstehung von vielen Tumoren und Krebsarten, weil sie in anderer Umgebung eine ganz andere Wirkung erzielen.

Ein Forscherteam um Al Rowland von der Massey University hat nun 50 Seeleute und 50 Kontrollpersonen auf genetische Veränderungen hin untersucht. Bei den Seeleuten konnten die Mediziner erschreckend hohe Raten an Translokationen feststellen. Anhand der Aufzeichnungen konnten die Forscher auch feststellen, dass die zwei Schiffe in einer Entfernung von 52 und 278 Kilometern von der Teststelle entfernt waren. Die Seeleute, die während der Explosionen an Deck waren, trugen Baumwoll-Overalls, Masken und Handschuhe. Jene, die bei den Reinigungsteams waren, trugen dickere Schutzjacken und waren auch mit Geigerzählern ausgerüstet.

Roy Sefton von der New Zealand Nuclear Test Veterans Association glaubt aber, dass die wirklichen gesundheitlichen Belastungen erst nach den Tests begannen, als die Besatzung ungeschützt Niederschlägen ausgesetzt war und das Regenwasser an Bord der Schiffe sogar als Trinkwasser nutzte.

Dass Regierungen sich weigern, den Gesundheitszustand der Bevölkerung oder Beteiligter nach Atomtests zu erheben, wurde auch am Beispiel Frankreichs deutlich: Das französische Forschungsinstitut INSERM hat 30 Jahre nach den Atomversuchen im Pazifischen Ozean erstmals zugegeben, dass die gestiegene Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen in Französisch Polynesien mit den Atomtests in Verbindung stehen.

(Quelle: pressetext.austria)
15. Mai 2007
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