Bewegung und Besinnung – Schweigewanderungen an Flüssen

«Um etwas zu sagen, ist immer Zeit vorhanden, aber nicht, um zu schweigen», sagte die kubanische Revolutionärin Vilma Espin. Dass wir uns im Alltag Zeit für Besinnungsmomente nehmen, findet auch Roland Stiefel. Der 69-jährige ehemalige Gymnasiallehrer hat sich ein Leben lang mit Wörtern und Sprache beschäftigt, komplementär kam das Schweigen hinzu. Eines Tages hatte er die intuitive Eingebung, Schweigewanderungen durchzuführen. Mit Fürbitten für Tiere in Not will er die Energie dorthin richten, wo sie gebraucht wird.

Seit zehn Jahren organisiert Roland Stiefel nun «Schweigewanderungen an Flüssen». Für ihn eine Berufung: «Ich bin überzeugt, damit etwas zu bewirken». Viel braucht es dafür gar nicht: Man geht gemeinsam schweigend entlang eines Flusses, begleitet von Ritualen, Texten und Klangschalen. «Schweigewanderungen können das elementare glückhafte Gefühl von Verbundenheit vermitteln. Das Bewusstsein von Zusammengehörigkeit mit allem, was lebt, gibt dem menschlichen Leben Halt und Sinn», sagt Roland Stiefel.

Bis Ende Jahr finden in der ganzen Schweiz Wanderungen statt, das Programm findet man auf der Webseite. Ob man nun eine Stunde oder drei schweigend wandern möchte, entscheidet jeder selbst. Eine Anmeldung ist nicht erforder- lich. Zudem ist jeder herzlich eingeladen, jeweils am Sonntag zwischen 11.00 und 11.05 Uhr zu schweigen und in Fürbitte für andere zu treten – ganz egal, wo man gerade ist.    

Aus den Schweigewanderungen sind in Zusammenarbeit mit dem Nebelspalter-Cartoonisten Jürg Furrer ein Karten-Set, ein Kinderbüchlein sowie CDs und Broschüren entstanden, die das Anliegen weitertragen.

Kontakt: Roland Stiefel, 5022 Rombach, Tel. 062 822 54 62, www.schweigewanderungen.ch
02. Mai 2012
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