Die EZB hat Hedgefonds mit Insider-Wissen versorgt

In einem unglaublichen Vorgang wurden Hedgefondsmanager in London von EZB-Direktor mit Informationen versorgt, die damit riesige Geschäfte machen konnten.

War es nur eine "Panne", wie das "Manager Magazin" meint, dass EZB-Direktor Benoît Coeuré "zuerst seine Dinner-Freunde" über die Vorhaben der Europäischen Zentralbank (EZB) informierte. Klar ist, dass der Notenbanker eine ausgesuchte Runde von Bankern und Hedgefondsmanagern in London am Montagabend über ein wichtiges Detail der neuen geldpolitischen Maßnahmen der EZB informiert hat.

Die illustre Gruppe erfuhr von Coeuré im noblen "Berkeley Hotel", dass die EZB im Mai und Juni ihr umstrittenes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen intensivieren werde. Dafür werde in den beiden folgenden Sommermonaten das Volumen zurückfahren. Im Januar gab die EZB bekannt, dass sie ab März die Notenpressen anwerfen werde und monatlich für 60 Milliarden Euro die Papiere im Umfang von mehr als 1,1 Billionen Euro aufkaufen will.

Diese Insider-Informationen, so stellt sogar die konservative Zeitung "Die Welt" fest, haben die Hedgefonds genutzt, "die für ihre aggressiven Wetten" bekannt seien, um wohl "das Geschäft ihres Lebens" zu machen. Sie hatten 14 Stunden Vorsprung, bevor die EZB erst am frühen Dienstag offiziell über die geplanten Maßnahmen berichtete. Und die Reaktionen fielen an den Finanzmärkten wie erwartet aus.

Da die EZB mit ihrem Aufkaufprogramm besonders tief in den Währungskrieg eingestiegen ist, dessen Ziel die Schwächung des Euros ist, fiel auch am Dienstag der Euro gegenüber dem Dollar deutlich. Und genau darauf konnten die wetten und schließlich große Gewinne einfahren, die schon am Abend zuvor von der Maßnahme erfahren hatten. Und offenbar haben die Beteiligten sofort auf die Ankündigung reagiert, denn unmittelbar nachdem Coeuré sein Insiderwissen verbreitet hatte, rutschte der Euro noch am Montagabend ab.

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Dazu aus der «Welt»:
EZB steckt Hedgefonds-Managern Insider-Informationen