EU-Abgeordneter Kouloglou: „wie bei CIA-Putsch gegen Allende“

Der griechische Europaabgeordnete Stelios Kouloglu (SYRIZA) erklärte bei einer factfinding mission in Nord-Belfast in einem Interview mit Irlands An Phoblacht TV News, gegen Griechenland gebe es einen "lautlosen Coup d'etat“. Die Austeritätspolitik, ganz gleich, ob in Griechenland oder Irland, „tötet“, sagte er. „Wir brauchen Eure Unterstützung für unseren Kampf, um die Schulden zu beseitigen und Austerität zu beenden.“ „Wir haben es mit einem lautlosen Putsch zu tun – nicht durch Panzer (tanks), sondern durch Banken (banks). Sogar am Tag nach dem Wahlen versuchten sie, die griechische Wirtschaft zu strangulieren.“ „Das erinnert an die Periode von Präsident Allende in Chile in den 1970ern, als US- Präsident Nixon die CIA anwies, die chilenische Wirtschaft in die Krise zu stürzen (to make the economy scream)."

Kouloglou verglich den Schritt der EZB, die zwei Tage nach dem SYRIZA-Wahlsieg im Januar den Zugang zu regulärer Liquidität für das griechische Bankensystem unterbunden hatte, mit Präsident Nixons Befehl, sofort nach der Wahl Salvator Allendes im September 1973 alle US-Kredite an Chile einzustellen. 
Kouloglu ist ein bekannter Fernsehproduzent für das griechische nationale Fernsehen, das von der vorherigen Regierung dichtgemacht worden war. Zu seinen Produktionen gehören ein Film über das Buch von John Perkins „Confessions of an Economic Hit Man“, Dokumentarfilme über die Finanzkrise von 2008, in denen er das Thema Glass-Steagall-Bankentrennung ansprach, sowie über die griechische Krise und den Irakkrieg. In der Folge kam er dadurch auf die Schwarze Liste der US-Regierung und erhielt für seine journalistische Tätigkeit kein Einreisevisum mehr.

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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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