Finanzfalle: Ungarn stoppt Fremdwährungskredite

Starker Franken bringt Schuldner in Existenznot

Die ungarische Regierung hat auf den Höhenflug des Schweizer Franken reagiert und die Vergabe von Fremdwährungskrediten per Verordnung untersagt. Die starke Währung hat sich zur Finanzfalle für viele Schuldner entwickelt. Besonders bei Immobiliendarlehen mehrt sich die Zahl fauler Kredite. Betroffen sind zwar auch Anleihen in anderen Währungen wie dem Euro. Gerade in starken Schweizer Franken wurden jedoch Hunderttausende Hypotheken aufgenommen.

Seit 1. Juli dürfen Banken in Ungarn nur mehr Kredite in der Landeswährung Forint vergeben. Darüber hinaus sollen die Institute freiwillig niedrigere Zinsen anbieten. Zwangsräumungen und Versteigerungen verpfändeter Wohnungen seien mittlerweile per Moratorium verboten und ein neuer Staatsfonds soll faule Hypothekenkredite aufkaufen und die Möglichkeit zur Umschuldung in Forint geben.

Gegenüber dem Forint hat sich die Schweizer Währung seit Jahresbeginn stark verteuert. Ein Franken kostete zu dem Zeitpunkt rund 180 Forint. Heute bewegt er sich zwischen 215 und 220 Forint. Vor wenigen Jahren, als viele Kredite in Franken aufgenommen wurden, war der Kurs mit rund 150 Forint noch günstiger bewertet. In fremden Währungen wurden in den vergangenen Jahren laut ungarischer Nationalbank 63 Prozent der Hypothekenkredite aufgenommen, der Grossteil davon in Franken. Mit ihren Rückzahlungen hinken mittlerweile Hunderttausende Schuldner hinterher.

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