IWF-Verkäufe lassen Goldpreis kalt

Erlöse sollen in umstrittene Kredite für Dritte-Welt-Länder fliessen

Die geplanten Goldverkäufe des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Finanzierung günstiger Kredite für arme Länder dürften keinen oder nur geringen Einfluss auf die Preisentwicklung des Rohstoffs nehmen. Händler hatten damit spekuliert, dass hinter den Veräusserungen nicht nur die Aktion "Gold für die Dritte Welt", sondern darüber hinaus eine offensive Massnahme gegen den hohen Goldpreis steckt. "Ob die Verkäufe Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen, hängt davon ab, wie das Gold in den Markt gebracht wird. Bei einem langfristigen und marktschonenden Verkauf sind keine Auswirkungen zu erwarten", erklärt Michael Blumenroth, Rohstoffhändler bei der Deutschen Bank , im Gespräch mit pressetext.

Eine Veräusserung der über 400 Tonnen bzw. knapp 13 Mio. Unzen an nur einem Tag würde der Markt hingegen nicht verkraften."Es ist anzunehmen, dass der IWF klug genug ist, um das Gold nicht an einem Tag zu verkaufen. Der Markt könnte die Menge nicht aufnehmen, die Folgen wären fatal", meint Blumenroth. Darüber hinaus halte der Währungsfonds auch nach den Verkäufen weiterhin hohe Goldbestände, deren Entwertung keinen Sinn ergebe. "Das einzig vorstellbare Interesse, den Preis drücken zu wollen, wäre ein Signal gegen bestehende Inflationsängste sowie Bedenken über die Kompetenz der Zentralbanken.» Zudem dürfe der IWF aufgrund des Central Bank Gold Agreements innerhalb von fünf Jahren nicht mehr als 2.500 Tonnen des Edelmetalls verkaufen.

Noch in dieser Woche soll der US-Kongress über die angekündigten Veräusserungen abstimmen. Aus dem Verkaufserlös sollen Entwicklungsländern günstige Kredite, sogenannte Concessional Loans, zur Verfügung gestellt werden. Kritiker bemängeln jedoch, dass die ohnehin untragbare Auslandsschuld- und Zinslast der betroffenen Staaten durch zusätzliche Kredite weiter steigen würde, ohne dadurch nennenswerte Veränderungen ihrer Situation herbeiführen zu können.

Aussender: pressetext.deutschland
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09. Juni 2009
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