Jacques Attali: Der Crash kommt – und damit der Bail-in

Jacques Attali, «graue Eminenz» des früheren französischen Präsidenten François Mitterand und Wirtschaftsberater der Sozialistischen Partei, schrieb in einem Gastkommentar am 26.5. in der Zeitschrift L’Express, im kommenden Jahr müsse man sich auf die schlimmste Finanzkrise seit Generationen gefaßt machen.

Er beginnt mit der Aussage: «Seit mehr als 25 Jahren gab es alle sieben Jahre eine große Finanz- und Wirtschaftskrise» - angefangen mit dem Börsenkrach 1987.  Aber die Krise, mit der 2015 zu rechnen sei, werde schlimmer sein als alle vorherigen, besonders in Europa, wenn man sich nicht angemessen vorbereitet. Die Regierungen könnten keine ausreichenden Bailout- Rettungspakete mehr liefern, und die EZB könne dann selbst mit den unorthodoxesten Methoden das Finanzsystem nicht retten. Daher fordert Attali eine Bailin-Enteignung: «Deshalb wird es keine anderen Lösungen mehr geben, als die Zeche zu bezahlen, um es rundheraus zu sagen, entweder indem man zahlt oder indem man Schulden streicht. Das schließt die Beteiligung der letzten auf der Liste der Gläubiger ein, nämlich die Sparer, deren Ersparnisse dann geplündert werden, nicht durch Inflation, sondern durch einen Zwangsabzug von ihren Bankkonten, so wie es in Zypern geschah (das ist unter den jüngsten Abkommen zur Bankenunion ausdrücklich erlaubt, man nennt es ,Bail-in’, obwohl das wenig bekannt ist.)»

Die erste von Attalis vier vorgeschlagenen Maßnahmen zur «Vorbereitung auf die Krise» ist allerdings eine Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar, was zeigt, daß er sich weiter an die falsche Politik klammert, die schuld an der Krise ist. Es ist aber sehr nützlich, wenn er offen zugibt, daß die Planungen von nun an Bail-in, harte Austerität und Depression vorsehen.

Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


Der lesenswerte Newsletter kostet 250 € im Jahr. Er wird vom E.I.R.-Verlag herausgegeben, zu bestellen bei: Caroline Hartmann, c.hartmann@eirna.com