Mediziner als Ingenieure

Fische können laut einer neuen Studie schädigende Chromosomen ausschalten. Mechanistisch orientierte Wissenschafter wittern Manipulationsmöglichkeiten.


Ein portugiesisch-deutsches Forscherteam hat herausgefunden, der kleine Karpfenfisch Squalius alburnoides verfüge über drei Chromosomensätze und sei dennoch gesund und fortpflanzungsfähig. Beim Menschen führe nämlich nur eine kleine Veränderung der Chromosomensätze zu schweren gesundheitlichen Problemen. Komme zum Beispiel das Chromosom Nummer 21 drei- statt zweimal vor, führe das zum Down-Syndrom. Den Fischen gelinge es, die überzähligen Chromosomen so still zu legen, dass sich keinerlei körperliche Beeinträchtigungen daraus ergäben, hält die Studie fest.

Der menschliche Körper ist in dieser Sichtweise eine Maschine, die man reparieren und programmieren (auch herstellen) kann. Ziel der Forschungen über das Stilllegen von Chromosomensätzen ist es, dass Mediziner bald „Fehlsteuerungen“ diagnostizieren und korrigieren können.


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http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=080905033
08. September 2008
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