Politiker: Alle sind manipuliert - nur ich nicht!

Der Einfluss der Medien auf die Politik wird als grösser eingeschätzt als jener der Bürger selbst. Dies geht aus einer Umfrage der Universität Düsseldorf hervor, die mehr als 1000 Politiker, Journalisten und Studierende befragte.
75 Prozent der Befragten sehen die Medien im Bezug auf Politik als mächtiger und einflussreicher an als die Bürger. Der Rest sieht ein ausgeglichenes Verhältnis oder einen stärkeren Einfluss der Bürger.
Die Politiker und Journalisten schätzen den politischen Einfluss der Medien sogar noch etwas höher ein als die Studierenden.
Den Einfluss der Medien auf die eigene politische Meinung hingegen sehen alle Gruppen als sehr gering, jener auf die Mitmenschen jedoch als sehr gross.
Alle werden manipuliert, man selbst aber natürlich nicht. Dieses in der Fachliteratur als «Third-Person-Effect» bezeichnete Phänomen ist von den drei befragten Gruppen, bei den Politikern am stärksten ausgeprägt.
Die 75 Prozent, die den politischen Einfluss der Medien als stark einschätzen sind genauso bereit sich politisch zu engagieren wie jene, die den Medien weniger Einfluss zubilligen. Für die Leiter der Umfrage, die Professoren Gerhard Vowe und Marco Dohle, ist diese Erkenntnis eine Überraschung. «Wir haben vermutet, wenn die Medien als besonders mächtig angesehen werden, resignieren die Leute und sagen, man kann als Einzelner doch nichts machen» erklärt Vowe.


Kontakt:
Professor Dr. Gerhard Vowe
Dipl.-Medienwiss. Marco Dohle
Sozialwissenschaftliches Institut
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1, 40225 Düsseldorf
vowe@uni-duesseldorf.de
Tel.: 0211-8114014
dohle@phil-fak.uni-duesseldorf.de
Tel.: 0211-8114068

Die Ergebnisse der Studie stehen zudem in Form einer Power Point Präsentation zur Verfügung. Die Präsentation und weitere Informationen finden Sie unter folgender Web-Adresse:
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/kmw-vowe/forschung/medieneinfluesse
23. August 2008
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