Schockierende Zahlen über Armut und Ungleichheit in der EU

Ein für die Caritas Europa erstellter Bericht der irischen Denkfabrik Social Justice Ireland dokumentiert die verheerenden sozialen Folgen der Sparpolitik der Europäischen Union. Der Erhebung zufolge droht etwa einem Viertel der EU-Bürger, 123 Millionen Menschen, Armut und soziale Ausgrenzung. Und das war der Stand Ende 2013, inzwischen hat sich die Lage noch dramatisch verschlechtert.

Der Bericht vergleicht Wirtschaftsindikatoren aus den 28 EU-Mitgliedstaaten und besonders den sieben Krisenstaaten Irland, Italien, Portugal, Zypern, Griechenland, Spanien und Rumänien.

• 7,3 Mio. junge Europäer zwischen 15 und 24 Jahren waren 2013 „nicht in Arbeit, Ausbildung oder Lehre“ (NEET). Italien hatte den höchsten NEET-Anteil (22%), gefolgt von Bulgarien (21,6%), Griechenland (20,6%) und Irland (16,1%).

• Griechenland hatte mit 58,3% die höchste Jugendarbeitslosigkeit in der EU, gefolgt von Spanien (55,5%) und Irland (26,8%); der EU-Durchschnitt betrug 23,4%.

• Ein ähnlich dramatisches Bild zeigt sich bei der Arbeitslosigkeit insgesamt: Fast zwei Drittel (62%) der Arbeitslosen in Irland waren 2013 Langzeitarbeitslose. In Griechenland waren es 70,9%, gefolgt von Italien (58,6%) und Portugal (57,8%). Der Anteil ist in Irland in den letzten Monaten leicht gesunken, aber die strukturelle Arbeitslosigkeit bleibt ein Problem.

• Der Bericht bestätigt die harten Folgen von Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und niedrigem Einkommen für die Kinder in den betroffenen Familien: Griechenland hatte die zweithöchste Kinderarmutsrate aller 28 EU-Mitgliedstaaten (28,8%), knapp dahinter lagen Spanien (27,5%) und Italien (24,8%); in Irland waren es 18%.



Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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19. März 2015
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