Skepsis nach de Margeries tödlichem Flugzeugabsturz

Wenn sich innerhalb weniger Tage drei dramatische Zwischenfälle von strategischer Bedeutung ereignen, dann schauen kompetente Geheimdienst-Analysten nach einem Muster dahinter.
• Am 20.10. starb der Chef des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, als sein Privatflugzeug beim Start vom Moskauer Flughafen Wnukowo mit einem Schneepflug kollidierte.
• Am 21.10. gab es eine Bombendrohung gegen den Präsidenten der Republik Irland, Michael D. Higgings, und sein Amtssitz mußte evakuiert werden. Higgings ist ein offener Kritiker des transatlantischen Finanzsystems und der Kriegspartei.
• Am 22.10. griff ein Bewaffneter das kanadische Parlament in Ottawa an, tötete einen Sicherheitsbeamten und bedrohte das Leben des Premierministers, der sich in dem Gebäude befand.

Schaut man unter die Oberfläche dieser scheinbar isolierten Ereignisse, dann ergibt sich eine Verbindung durch die Umstände. De Margerie gehörte zu den Schlüsselfiguren in einer strategisch wichtigen Phase der russischeuropäischen Beziehungen. Der Vorstandschef von Total hatte sich nachdrücklich gegen die Sanktionen ausgesprochen und kürzlich einen Vorschlag des französischen Finanzministers Samin unterstützt, russisches Öl und Gas in anderen Währungen als dem US-Dollar zu bezahlen. Sein Tod schockierte die französische Elite, und auch wenn niemand bisher offen den Verdacht ausgesprochen hat, daß es sich um einen politischen Mord handeln könne, denken dies viele Gegner einer Machtprobe mit Rußland. In Italien verglichen Kommentatoren de Margeries Rolle und Tod mit dem italienischen Industrieführer Enrico MATTEI, dessen Tod 1962 nachweislich durch eine Bombe verursacht wurde, die an Bord seines Privatflugzeugs explodierte. Jacques Cheminades Aufforderung an die französische Regierung und an Total, de Margeries Politik der Kooperation mit Rußland fortzusetzen, wurde von RIA Novosti in voller Länge veröffentlicht.


Der Anschlag in Ottawa, durch den das Parlament sich stundenlang im Belagerungszustand befand, wurde von einem gewissen Michael ZEHAF-BIBEAU verübt, einem verurteilten Straftäter, der von der Polizei beobachtet wurde und alle Kennzeichen eines gesteuerten Täters hat. Sein Vater Bulgasem Zehaf ist ein Unternehmer aus Quebec, der 2011 unter Mahdi al Harati im Kampf um Zawiwah in Libyen mitkämpfte.

Al-Harati wurde später Vizekommandeur des Militärrates von Tripoli und ging dann nach Syrien, um dort gegen Assad zu kämpfen. Nach seiner Rückkehr wurde er Bürgermeister von Tripoli und stellte sich gegen den gewählten Nationalkongreß. Zehaf-Bibeau erscheint also als Produkt eines Terrornetzwerks, das von der amerikanischbritisch- saudischen Allianz geschaffen und gesteuert wurde. Das gleiche Bündnis treibt auch den Konflikt mit Rußland voran und diktierte die entsprechenden Sanktionen der EU.

Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


Der lesenswerte Newsletter kostet 250 € im Jahr. Er wird vom E.I.R.-Verlag herausgegeben, zu bestellen bei: Caroline Hartmann, c.hartmann@eirna.com
10. November 2014
von: