Ukraine: aus dem Westen nur Kriegspropaganda

Für die westliche Medienberichterstattung über das Geschehen in der Ukraine und besonders zum Flug MH17 gibt es nur ein Wort: Kriegspropaganda.

Während die Russen technische Daten vorgelegt haben, liefert der Westen nichts, obwohl er das Konfliktgebiet in der Ukraine mit zahllosen Anlagen aus dem All, der Luft und vom Boden überwacht. Das Pentagon veröffentlichte bloß «Beweise» aus sozialen Medien! Ein Stratege und früherer Offizier des Schweizer Generalstabs sagte gegenüber EIR, die Satellitenbilder, die Gen. Andrej Kartapolow am 22.7. in Moskau vorlegte und die ukrainische Raketen und Flugzeuge im Kriegsgebiet zeigen, seien höchst aufschlußreich.
Die Amerikaner hielten Beweise zurück, und die Briten betrieben eindeutig Kriegspropaganda, ähnlich wie im Vorfeld des Irakkrieges. Die Flugschreiber sind jetzt in den Händen der britischen Behörden, und die würden dafür sorgen, daß nichts veröffentlicht wird, was die Wahrheit aufdeckt. Sie könnten sie nicht manipulieren, denn wenn sie gefälschte Beweise veröffentlichten, würden die Russen sofort verlangen, die ihnen auch zu zeigen. Deshalb würden sie die Beweise einfach zurückhalten.
Der deutsche CDU-Politiker Willy Wimmer, einer der führenden Gegner der Kriegspolitik, verurteilte in einem Artikel für die unabhängige Nachrichtenseite von Lars Schall die Putin-feindliche Berichterstattung in Newsweek als abstoßende schwarze Propaganda, vergleichbar mit der alliierten Propaganda gegen die «Hunnen» im Ersten Weltkrieg.
Die Londoner Medien stimmten ein, sagte Wimmer: «Wer so den gewählten Präsidenten eines Staates, mit dem man im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zusammensitzt, angeht, der braucht keine Kriegserklärung mehr. Newsweek und die britische Krawallpresse reichen völlig. Das ganze erinnert an die Vorgehensweise bei alliierten Bombenangriffen.
Das Ziel wurde mittels sogenannter ,Christbäume’ angeleuchtet und anschließend dem Erdboden gleichgemacht. Newsweek agiert systemkonform.» Wimmer saß 33 Jahre lang für die CDU im Bundestag und war zusammen mit Kanzler Helmut KOHL 1989-90 maßgeblich an der deutschen Wiedervereinigung beteiligt.

 Gerd Krumeich, Professor der Düsseldorfer Universität und Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises Militärgeschichte, beschrieb in einem Radiointerview mit dem Deutschlandfunk am 27.7. die Parallelen der heutigen strategischen Lage zu den Ereignissen, die zum Ersten Weltkrieg führten. Es sei wie 1914, aber mit Kernwaffen. «Die Steinmeiers aller Länder wissen heute genau, um was es geht. Und wir haben natürlich auch die Drohung, viel massiver als damals, daß jeder Krieg zu einem atomaren Krieg und zu einem Vernichtungskrieg werden kann. Das haben sie zwar damals auch schon ein bisschen gewußt, aber sie hatten ja noch keine Atombomben, und die haben wir. Das ist der qualitative Unterschied.» Krumeich identifiziert ein entscheidendes Element der Kriegsdynamik 1914, das sich 1:1 auf die Europäische Union heute übertragen läßt: den Drang, gegen globale Konkurrenz immer größer zu werden.
«Man ist der Meinung, in Deutschland, aber auch in anderen Ländern damals, ein großer Staat muß ein Empire werden. Man kann nur überleben im Konkurrenzkampf der Großen, wenn man selber sehr groß ist. Deshalb ist eine Größer-werden-Idee immer verbunden mit einer Niedergangsidee, wie das damals gesagt wird: Weltmacht oder Untergang.»


Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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04. August 2014
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