US-Dollar wackelt als Leitwährung

Die Tage des Dollars als wichtigste Reservewährung könnten mittelfristig gezählt sein. So wird immer öfter Kritik an der Leitrolle der amerikanischen Währung laut. Vor allem Schwellenländer leiden unter den heftigen Schwankungen des Dollars. Manche Experten sehen sogar die Schuld an der Wirtschaftskrise in der Leitwährung. "Es ist klar, dass eine Reservewährung nicht auf einer nationalen Währung basieren sollte, denn dies führt dazu, dass die Disziplin im Finanzsystem verloren geht - mit desaströsen Folgen für das Reservewährungsland sowie die Weltwirtschaft", kritisiert Nobelpreisträger Joseph Stiglitz nach Berichten der Financial Times Deutschland.

Schwellenländer wie China oder Brasilien hätten grosse Währungsreserven in Dollar angelegt. Im Fall von China sind das rund zwei Drittel der Reserven von 2000 Mrd. Dollar. Im Fall von Währungsschwankungen hat diese Abhängigkeit umfassende Folgen. Verschiedene Experten kritisieren daher nun offen die US-Währung als Leitwährung. Auf einem UNO-Gipfel von 1. bis 3. Juni könnte es nun ernst werden.

Mittlerweile wird die Abhängigkeit vom Dollar auch als möglicher Grund für Finanzkrisen der vergangenen Jahrzehnte gesehen. Die USA wollen jedoch an dem Dollar als Leitwährung festhalten und hoffen, dass auch in Zukunft Devisen in ihrem Land angelegt werden. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass sich die UNO-Länder in naher Zukunft auf eine neue Währung einigen. Der Prozess sei auch auf Jahre angelegt, so die Kommission unter Stiglitz. Nichtsdestotrotz steht die führende Rolle des Dollars nun mehr den je zur Diskussion.



Quelle: pressetext.austria

http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=090525001
27. Mai 2009
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