«Volksinitiative»gegen Finanzkapital

Ich möchte Euch zu Veranstaltung der neu gegründeten «Volksinitiative»am Samstag, 10. Januar, in Berlin dabei zu sein (Ort/Zeit ganz unten). Es geht an diesem Abend um eine grundsätzliche Einschätzung der ökonomisch-politischen Situation und um die Herausarbeitung von Ansätzen für eine grosse Offensive.

In einem längeren Einleitungsreferat werde ich ausführen:

1. Die Krisenanalyse der meisten Linken ist falsch, da sie das imperialistische Moment sträflich unterschätzt: Die aktuell einsetzende Depression ist Ergebnis eines bewussten Angriffs des anglo-amerikanischen Finanzkapitals auf den Rest der Welt. Dabei kommen «finanzielle Massenvernichtungswaffen»(Warren Buffet) zum Einsatz, die nicht aus Ausbeutung der Arbeitskraft («Überakkumulation»), sondern aus «fiktivem Kapital»(Kapital, Dritter Band) munitioniert sind. Was wir bisher erlebt haben, waren erste Geplänkel mit diesen Waffen – der Hauptstoss steht noch bevor!

2. Bei der Abwehr dieses Angriffs spielt der Nationalstaat die entscheidende Rolle. Supranationale Koordinationen in Gremien, in denen die aggressiven Staaten und ihre Vertreter eine Rolle spielen (EU, G8, IWF usw.), sind für die Katz. Wichtig ist eine Koordination der angegriffenen Nationalstaaten.

3. In allen Staaten, auch in Deutschland, entwickelt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen dem Industrie- und dem Bankkapital. Letzteres, eng mit den angloamerikanischen Angreifern verbunden, erdrosselt ersteres in einer Kreditklemme.

4. Hauptaufgabe der Linken ist der Aufbau einer Volksfront, die das national bzw. «alt-europäisch»orientierte Industriekapital einschliesst. Die Reduktion auf Klassenkampf ist sektiererischer Unsinn.

5. Hauptaufgabe der Volksfront ist die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors und die Abdrängung der anglo-amerikanischen Finanzaristokratie aus Europa, in der Perspektive ein eurasisches Bündnis. Den Sozialismus, also den Stoss gegen das System insgesamt, zur Hauptaufgabe zu erklären, ist linksradikale Kraftmeierei bzw. «imperialistischer Ökonomismus»(Lenin).

Soweit in Kürze. Ein längerer Aufsatz zu Punkt 1 von mir erschien am 20. Dezember im «Neuen Deutschland». Diskussionsbeiträge zu obigen Kurzthesen sind schon jetzt willlkommen.

Die Veranstaltung der «Volksinitiative» findet am Samstag, 10. Januar, ab 20.30 Uhr im Wirtshaus «Max und Moritz», Berlin-Kreuzberg, Oranienstrasse 162 statt.

Für Rückmeldungen: info@juergen-elsaesser.de
29. Dezember 2008
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