Washington bereitet verschiedene Optionen eines Krieges gegen China vor

Seit mehreren Wochen führen US-Präsident Obama, Verteidigungsminister Ashton Carter und andere US-Vertreter eine Kampagne gegen angebliche chinesische „Aggressionen“ um die Spratley- oder Nansha-Inseln im Südchinesischen Meer, was von großen europäischen Medien gehorsam aufgegriffen wurde. Auf die Riffe in dem Gebiet erheben mehrere Länder Anspruch, und China hat wie andere Länder damit angefangen, für seinen Seehandel künstliche Inseln aufzuschütten.

Selbst das für seine harte Linie gegen China bekannte Wall Street Journal mußte am 1.6. einräumen: „Chinas Inselaufschüttung verstößt nicht gegen das Seerecht, und andere mit Ansprüchen auf die Spratleys, darunter Taiwan, Vietnam und die Philippinen, haben alle die von ihnen kontrollierten geographischen Formationen erweitert, wenn auch nicht so dramatisch. China bedroht auch nicht die Schiffahrt im Südchinesischen Meer, durch das mehr als die Hälfte des Welthandels abläuft. Und die USA werfen China zwar vor, die Inseln zu militarisieren, haben aber bisher nur auf einer davon zwei leichte Artilleriegeräte ausgemacht.“ Wie wir bereits betonten, ist der Streit um die vielen Riffe im Südchinesischen Meer im wesentlichen eine Folge der Geopolitik der Großmächte nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, die viele Gebiete ganz bewußt keiner Nation zuordneten. Und wie die Zeitung Global Times herausstellte, haben die mit den USA verbündeten Philippinen mehr Riffe und Inseln in Beschlag genommen als China.

Dennoch warf Minister Carter China Verstöße gegen „internationale Normen“ vor und kündigte an, die USA würden ihre provozierenden Flüge über die Inseln fortsetzen. Und er behauptete - ob man es glaubt oder nicht -, Amerika „wird noch jahrzehntelang die Hauptsicherheitsmacht im Asien-Pazifik-Raum bleiben“.

Aber das ist kein leeres Gerede. Die USA betreiben weiter eine massive militärische Einkreisung Chinas, u.a. mit: neuen Raketenanlagen für große Flughöhen und Radar in Japan, vielleicht auch in Korea; Plänen für die Stationierung moderner Luft-, See- und Landstreitkräfte in acht Basen auf den Philippinen, darunter zwei auf der Insel Palawan im Südchinesischen Meer; und allgemein den „Asien- Schwerpunkt“ mit immer mehr modernen Waffen in einem Ring um China und Rußland am Pazifik. Bei seiner offiziellen Militärdoktrin „Air-Sea- Battle“ (Luft-See-Schlacht) geht Washington davon aus, daß China versuchen wird, die USA aus dem Südchinesischen Meer auszusperren, die Reaktion wäre ein umfassender US-Erstschlag auf das chinesische Festland.


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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).


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11. Juni 2015
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