Wir ziehen den Hut vor Nina Tschopp, Sara Kyburz und Jasmin Helg

Sie haben den Frauentempel gegründet, in dem weibliche Spiritualität gelebt wird.

Jesus, Mohammed und Buddha waren Männer. Jasmin, Nina und Sara sind Frauen; und im von ihnen gegründeten Frauentempel leben und feiern sie weibliche Spiritualität mit einer wachsenden Gruppe von Teilnehmerinnen. Kraftvoll und erdverbunden wird im Zürcher Frauentempel erforscht, was in der männlich geprägten spirituellen Praxis der letzten Jahrtausende vergessen ging: die sinnliche, farbige, handfeste und gefühlsbetonte Seite des Göttlichen. Einmal monatlich verwandeln die drei einen Raum im hektischen Zürich in eine duftende, warme Oase und sind Gastgeberinnen von zwei Stunden spiritueller Weiblichkeit. Es geht ihnen darum, den Körper neu wahrzunehmen, mit den Gedanken präsent zu bleiben und sich selbst ein Herz randvoll mit Liebe zu schenken.

Weibliche Spiritualität kennt mehr als Beten und Arbeiten: Kichern und ausgelassenes Tanzen gehören ebenso dazu wie gemeinsame Stille und achtsame Berührung. Gefühle sind dabei willkommen und dürfen frei ausgedrückt werden: zum Beispiel mit Jauchzen, Schnauben, Stampfen oder Gähnen. Und nach einer wohltuenden «Göttinnendusche», bei welcher der Körper von Kopf bis Fuss von streichelnden Händen überrieselt wird, fühlt frau sich wie neu geboren. Eine Teilnehmerin erzählt: «Nach dem Frauentempel fahre ich laut singend mit dem Velo nach Hause und spreche mit nächtlichen Spaziergängern auf der Strasse. Ich spüre, wie der Kreis der Frauen auf der ganzen Welt mir den Rücken stärkt.» Dieses Verbundenheitsgefühl mit der Frauengemeinschaft und der eigenen weiblichen Kraft motiviert Nina, Sara und Jasmin, sich jeden Monat Zeit zu nehmen, um den Frauentempel vorzubereiten. Inspiriert werden sie dabei von Chameli Ardagh, einer Pionierin zeitgemässer weiblicher Spiritualität. Am Abend leiten die drei Freundinnen jeweils die Übungen an, tauchen aber selbst auch mit ein. Sie kreieren einen spirituellen Experimentierraum, in dem alle sich auf gleicher Ebene begegnen können. Alter, Beruf oder Religionszugehörigkeit spielen dabei keine Rolle. Auf Mutter Erde sind alle gleich.

www.frauentempel.ch
03. Mai 2015
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