Putin: Fusionsenergie in internationalen Zusammenarbeit weiterentwickeln

Unerwähnt von westlichen Medien hat der russische Präsident Wladimir Putin zur Eröffnung des Weltgipfels für Produktion und Industrialisierung (GMIS) am 9.7. in Jekaterinburg für die Entwicklung der Fusionsenergie plädiert.

Putin forderte eine „ausführliche, aussagekräftige Diskussion“, welche Art von nachhaltiger Entwicklung „bessere Lebensbedingungen und Möglichkeiten zur Freisetzung menschlicher Potentiale“ für die Zukunft der Menschheit garantieren kann.

In seiner Rede zur Eröffnung des Gipels sagte er: „Wir müssen sauberere Luft, saubereres Wasser und sauberere Lebensmittel bieten, was auch eine bessere Lebensqualität und Langlebigkeit für Milliarden Menschen auf unserem Planeten bedeutet, ebenso wie radikal neue Technologien und effizientere und umweltfreundlichere Geräte.“ Dazu gehöre die Fusionsenergie, eine Technik, „die natürliche Prozesse und Systeme nach den Gesetzen der Natur reproduziert“ und eine unerschöpfliche und sichere Energiequelle liefern könnte.

Zu ihrer Entwicklung bedürfe es jedoch einer breiten internationalen Zusammenarbeit und Interaktion zwischen Regierung und Wirtschaft sowie der gemeinsamen Anstrengung von Forschern weltweit. „Wenn die technologische Entwicklung wirklich global wird, dann ist sie nicht mehr gespalten oder eingeschränkt durch Versuche, den Fortschritt zu monopolisieren, den Zugang zur Bildung zu beschränken und neue Hindernisse für den freien Wissens- und Ideenaustausch zu schaffen.“

Der internationale Experimentalreaktor ITER sei ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, an der Rußland sich aktiv beteiligt. Putin polemisierte auch gegen diejenigen, die „Obskurantismus“ und Technikfeindlichkeit als Lösung anbieten. Die „vollständige Ablehnung der Kernenergie oder der Kohlenwasserstoffenergie“ gehöre zu den „auffallenden, aber nicht wirksamen Lösungen“, die Probleme schaffen.

Appelle, auf technischen Fortschritt zu verzichten, bedeuteten vielleicht Wohlergehen für einige wenige, aber „Millionen von Menschen müßten sich mit dem zufrieden geben, was sie heute haben, oder besser gesagt, was sie heute nicht haben: keinen Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung, Bildung und anderen Grundlagen der Zivilisation“. Dies könne nur zu neuen Konflikten führen.
In einer seiner typischen Untertreibungen bemerkte er: „Natürlich kann man niemandem verbieten, Tierfelle zu tragen oder in Höhlen zu leben, aber es ist unmöglich und sinnlos, zu versuchen, den menschlichen Fortschritt aufzuhalten.“

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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).

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