Ikea gibt die Herkunft seines Holzes entweder gar nicht oder fehlerhaft an – trotz Deklarationspflicht in der Schweiz. Der Möbelgigant wurde nun deshalb angezeigt.

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Alles begann im vergangenen Juni, als die Sendung «Kassensturz» auf der Grundlage eines Berichtes der britischen NGO «Earthsight» und eigener Recherchen die zweifelhafte Herkunft einiger Ikea-Möbel aufdeckte. Die rumänische Firma Plimob zum Beispiel, von der bekannt ist, dass sie weite Teile des geschützten Karpatenwaldes in der Ukraine abgeholzt hat, stellt mindestens zehn Produkte her, die von Ikea in der Schweiz verkauft werden.

«Herkunft: unbekannt» – so lautet die schwarze Inschrift auf gelbem Grund auf der Rückseite des Etiketts von «Ingolf», einem spartanischen, aber hübschen weissen Holzstuhl aus einem Schweizer Ikea-Möbelhaus. Das Problem: In der Schweiz muss seit dem Inkrafttreten der Verordnung über die Deklaration von Holz und Holzprodukten im Jahr 2013, die Herkunft jedes Artikels angegeben werden. Deshalb leitete nun,  nach einer entsprechenden Anzeige, das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) ein Strafverfahren gegen den schwedischen Möbelgiganten ein.

Es gibt zwei Vermutungen, wie es zu der fehlerhaften Herkunftsdeklaration des Ikea-Möbels kommt:

  • Es geht um Holz, das aus geschützten Wäldern stammt, was gegen internationale Naturschutzgesetze verstösst.
  • Es geht um Holz aus nicht nachhaltigen Quellen. Dies ist zwar legal, stellt allerdings ein «Greenwashing» dar. Dies wäre ein Problem für ein Unternehmen, das sehr auf die Nachhaltigkeit seines Holzes pocht.

Ikea verarbeitet jährlich ca. 18 Millionen Kubikmeter Holz und wird schon seit Langem wegen mangelnder Transparenz bei der Herkunft seines Hauptwerkstoffes kritisiert. Im aktuellen Fall droht eine hohe Geldstrafe.

Der ganze Artikel erschien beim Onlinemagazin higgs.