Schon vor den drastischen Massnahmen des Bundesrats verlangsamte sich in der Schweiz die Ausbreitung des Coronavirus.

Veröffentlicht: 12. Apr 2020 - Zuletzt Aktualisiert: 13. Apr 2020

ETH-Professorin Tanja Stadler hält Fortführung der Massnahmen trotzdem für begründet.
Die Ausbreitungsrate beziffert die Anzahl Menschen, die ein Infizierter ansteckt. Liegt der Wert unter 1, sinkt die Ausbreitung; liegt er über 1, steigt sie. Tanja Stadler, ETH-Professorin am Departement für Biosysteme untersucht mit ihrem Team die Ansteckungszahlen fast in Echtzeit und stellte fest, dass die Ansteckungsrate bereits drei Tage vor der Erklärung der ausserordentlichen Lage am 16. März unter 1 lag und bis Ende März auf 0,7 gesunken ist. Zur Zeit (10. April) liegt sie bei 0,6. Seit dem 19. März liegt sie stabil unter 1.
Trotzdem ist sie der Ansicht, dass es ohne die jetzt gültigen harten Massnahmen nicht möglich gewesen wäre, die Reproduktionsraten so stark von rund 3 auf unter 1 zu senken, wie sie dem Tagesanzeiger sagte (paywall). Warum die Massnahmen einen Rückgang begründen, der schon vorher eingesetzt hat, wird im Artikel nicht begründet. Die Analyse der Neuansteckungen könnte auch fehlerhaft sein.