Portland erlässt strenges Verbot gegen Gesichtserkennung – ein Wendepunkt für die «smart City»?

2016 unternahm Portland im US-Bundesstaat Oregon noch grosse Anstrengungen, um eine smart City zu werden. Jetzt will es von einem wichtigen Element, der Gesichtserkennung, nichts wissen.

(Foto: JC Gellidon / unsplash.com. Das Bild zeigt nicht Portland)

Portlands Vorstellung,  was eine smart City sein soll, hat sich grundlegend geändert. Vor Kurzem hat die Stadt das strengste Verbot der Gesichtserkennung einer US-Grossstadt erlassen. Mit dem Verbot begonnen hatte San Francisco im Mai letzten Jahres. Inzwischen sind es schon zehn US-Städte, die die Technologie verboten haben.

Aber Portland geht dabei am weitesten, indem es auch öffentliche Anwendungen der Technologie verbietet. Ein Wendepunkt in der Entwicklung der smart Cities und ein Zeichen wachsender Skepsis gegenüber neuen Technologien?

2016 beteiligte sich Portland noch am «Smart City Challenge» und versprach autonome Shuttles, Lastwagen und Autos, durch Partnerschaften mit Daimler und Lyft. Sensoren von Alphabet's «Sidewalk Labs» sollten Menschen überwachen, die sich zu Fuss oder mit dem Fahrrad durch die Stadt bewegten, um Verkehrsmuster zu analysieren.

Vier Jahre später gibt es in Portland nichts von all dem. Eine Sache hat sich aber geändert: Portlands Vorstellung davon, was eine Stadt intelligent macht.

Die Veränderungen gehen auf ein kleines städtisches Büro namens «Smart City PDX» zurück. Anstatt sofort neue Technologien einzuführen, versuchte das Büro in einem ersten Schritt, deren Auswirkungen auf die Bewohner zu vermitteln. Doch es kam anders.

Als Resultat entstanden die neuen Vorschriften. Sie sind Ausdruck einer breiteren Bewegung von Beamten in den USA, die Technologieunternehmen unter die Lupe nehmen, und von Städten, die offenbar finden, dass «Intelligenz» die Einschränkung gewisser Technologien bedeutet.

Quelle: Wired: Portland’s Face-Recognition Ban Is a New Twist on ‘Smart Cities’