Notruf Erde – ein Aufruf für Versöhnung und Widerstand

Aus ihrer Erfahrung in Gemeinschaftsaufbau, Versöhnungskultur und Kooperation auf allen Ebenen lädt die Gründerin von Tamera und Friedensbotschafterin Sabine Lichtenfels am 22. März – dem Weltwassertag – zu weltweiten Aktionen ein: Für Frieden im Nahen Osten.

Lichtenfels
Bei einer kreativen Widerstandsaktion und Segnung des Wassers zum Schutz der portugiesischen Küste vor Ölbohrungen. Foto: Tamera-Archiv

An alle Menschen, die ihr Leben für eine neue Friedenskultur einsetzen wollen:
Friede ist eine neue Dimension eures Lebens. Ihr alle kommt aus einer göttlichen Welt. Für die Beendigung von Elend und Krieg gibt es andere Kräfte als Gewalt und Bomben. Öffnet eure Kanäle für die ethischen und geistigen Kräfte, die ihr aus der göttlichen Welt empfangen habt. Öffnet eure Herzen für das Leben aller Mitmenschen und aller Mitgeschöpfe der Natur. Beendet eure internen Konflikte und reagiert auf Angriffe nicht mit Gegenangriffen, sondern bewahrt die menschliche Ethik von Freundschaft, Solidarität und Nächstenliebe. Bewahrt sie gegenüber euren Liebespartnern, euren Familien und Mitarbeitern und bewahrt sie auch gegenüber denen, die ihr bisher für eure Feinde gehalten habt.

An alle Frauen und Mütter:
Ihr seid der Muttergrund allen Lebens. Kein Mann und kein Soldat kann ohne euch leben. Schliesst euch zusammen und stoppt den Krieg. Ihr habt die Macht, Leben zu gebären und zu beschützen. Steht auf gegen die Dunkelmächte von Krieg und Gewalt und gegen die falschen Befehle eurer Regierungen. Lasst eure Kinder in keinen Krieg ziehen, denn ihr wollt das Leben und nicht den Tod. Eure Geliebten sollen keine Soldaten werden, denn ihr wollt sie als Liebhaber, als Väter eurer Kinder und Beschützer alles Lebendigen.

An alle Liebespaare:
Ihr seid in Liebe verbunden, um der Erde zu dienen und um denen Liebe zu schenken, die keine Liebe mehr haben. Lasst euch nicht erfassen von Eifersucht, Verlustangst und gegenseitigem Kampf. Öffnet eure Herzen auch für die umfassende Liebe und Anteilnahme an allem Lebendigen, dann werdet ihr die Treue finden, die jeder wirklichen Liebesbeziehung innewohnt. Heute sterben mehr Menschen an Verzweiflung in der Liebe als an Verkehrsunfällen. Nur aus festem Vertrauen kann eine dauerhafte Partnerschaft und eine dauerhafte Gemeinschaft entstehen.

An alle Soldaten und Soldatinnen:
Haltet inne. Legt die Waffen nieder, egal von welcher Partei oder Nation ihr seid. Lasst euch nicht benutzen, folgt dem eigenen Gewissen. Gehorcht nicht länger Befehlen, die nicht dem Leben dienen, sondern dem Tod. Jede einzelne Seele, die einen sinnlosen Tod gestorben ist, mahnt uns zu radikaler Umkehr. Euer Abenteuer ist das Leben und nicht der Krieg. Wenn ihr euch mit Gleichgesinnten verbindet und als Friedenskollektiv den Kriegsbefehlen widersetzt, wird eine gewaltige Macht frei: die Macht einer entschlossenen Gewaltfreiheit im Namen einer universellen Humanität.

An alle Herrscher dieser Erde:
Die Zeit der Herrschaft ist vorbei. Kraft zeigt sich nicht im Krieg, sondern im Aufbau einer lebenswerten Zukunft. Hört auf mit Waffenproduktion und militärischem Denken. Solange die Wirtschaft vom Krieg profitiert, wird es kein Überleben geben. Entzieht euren Feinden die Macht, indem ihr sie nicht länger hasst. Durch Hass zerstört ihr nur euer eigenes Herz. Es gibt keinen Sieg durch den Kampf gegen andere. Der Sieg, den heute alle brauchen, liegt in der seelischen Überwindung der Kriegshypnose durch die Verbindung mit den heiligen Kräften des Lebens und der Liebe. Verwandelt eure Militärbasen in Friedensforschungszentren.

An alle Tierfreunde:
Helft den Tieren! Sie kommen aus derselben Quelle wie ihr Menschen. Sie sind wie ihr Organe im Gesamtorganismus des Lebens. Hört auf die Delphine und eure anderen Freunde aus den Meeren und Gewässern. Wenn die Organe nicht richtig zusammenarbeiten, funktioniert der ganze Organismus nicht. Die Tiere, die uns täglich umgeben, sind unsere Freunde und suchen gern unsere Nähe, wenn sie uns in vollem Vertrauen begegnen können. Erhebt eure Stimme gegen Schlachthöfe, grausame Tierhaltung und medizinische Tierversuche. Diese Dinge wird es in den zukünftigen Friedensdörfern nicht mehr geben. Helft mit beim Aufbau der Friedensdörfer.

An alle Pflanzenfreunde:
Es wird keinen Frieden unter Menschen geben, solange ihr nicht die Erde mit all ihren Wesen einbezieht. Ihr seid eine Gemeinschaft aller Wesen. Auch Pflanzen haben eine Seele. Wenn ihr auf sie hört, können sie auch helfen. Solange ihr fortfahrt, die Regenwälder zu zerstören, zerstört ihr auch euch selbst. Der Wald hütet die Lunge dieser Erde. Pflanzen möchten euch helfen, sie möchten kooperieren mit euch. Nicht Herrschaft, sondern Kooperation leitet das neue Zeitalter ein.

An alle Naturschützer:
Als Menschen habt ihr gelernt, das Feuer zu entzünden. Jetzt seid ihr auch gerufen, eure Feuer bewusst zu hüten! Hütet euer inneres und äusseres Feuer und lernt etwas über die Balance der Kraft. Verbindet euch mit den Elementen der Erde und haltet euer Klima im Gleichgewicht.
Verbindet euch mit euren Gewässern und erkennt, wieviele Kriege um das Wasser geführt wurden. Wasser kennt keinen Krieg, keine Grenzen, keine Gewalt. Wo lebendiges Wasser fliesst, entsteht Vielfalt und Fülle. Schliesst euch zu dezentralen Gemeinschaften zusammen, die Verantwortung für die natürlichen Wasserkreisläufe zu sich nehmen. Vom Wasser lernt ihr etwas über die natürliche Gemeinschaft alles Lebendigen. Wo ihr einen Teil verletzt, verletzt ihr das Ganze.

An die Freunde in Israel, die ihr menschliches Herz bewahren:
Wir sehen euren Schmerz, den ihr durch die Attacke der Hamas am 7. Oktober erfahren habt.
Wir sehen auch den Schmerz, den Ihr schon so lange als kollektives Schmerzgedächtnis durch die Erfahrung des Holocaust in euch tragt. Gemeinsam mit euch wollen wir dieses Trauma heilen.
Wir sind dankbar, dass viele von euch nicht aufgehört haben, alles für den Frieden zu geben und 
euren ganzen Einsatz für den Frieden bringt.

Stoppt mit allen Kräften den weiteren Massenmord eurer Regierung an den Menschen im Gazastreifen. Helft den Soldaten und Soldatinnen, die Gewehre abzulegen. Helft euren palästinensischen Brüdern und Schwestern, die jetzt alles verloren haben und auf der Flucht sind vor den Bomben und Bränden in ihrer früheren Heimat. Ihr wisst, in welcher unbeschreiblichen Not sie sich befinden. Sie haben das Schlimmste erlitten, was durch Hass und Gewalt unter Menschen geschehen kann. Das, was euren Vorfahren widerfahren ist, geschieht jetzt ihnen. Jetzt brauchen sie Hilfe von Menschen, die jeden Hass überwunden haben. Verbindet euch mit Freunden aus Palästina. Ihr werdet viel Beistand aus der Welt bekommen. Und denkt daran, dass bei weitem nicht alle Palästinenser und auch nicht alle Hamaskämpfer Terroristen sind. Was die einen als Terroristen bezeichnen, bezeichnen andere als Widerstandskämpfer. Reicht ihnen die Hand und ladet sie ein zu einer neuen Zeit der gemeinsamen Arbeit und Freundschaft für den Frieden. Setzt ein Beispiel, dass Kriege auf andere Art gelöst werden können. Wenn ihr das schafft, ist es viel mehr als ein Friede in Nahost: Es wäre ein mächtiges Zeichen für die ganze Welt.

Wir haben Aktionstage geplant vom 19./20. März bis zum 23. März. Ihr seid eingeladen, euch auf eure Weise zu beteiligen. Alle weiteren Hinweise findet ihr wenn ihr hier klickt.

Lichtenfels
Im Gespräch mit Israelis und Palästinensern auf einer Pilgerschaft durch den Nahen Osten


 

Kommentare

Hattest du eine glückliche Kindheit?

von al dorper
Ja ja diese Prägungen und Traumas aus unserer Kindheit. Als ich mich während dem Meditieren in einem sehr entspannten Zustand befand, erschien ein Bild aus meiner Kindheit. Als ich noch ein kleiner Bube war. Ich entnahm einer Küchenschublade ein Messer, und rammte es meinem Bruder in den Bauch. Mein Bruder war acht Jahre älter als ich, und terrorisierte mich dauernd.                                                                                                                                                                                         Aber dass ist noch nicht alles, meine Eltern waren Protestanten und Sozialdemokraten.