Lieber jetzt Ziegen füttern, bevor es zu spät ist.

Eine alte Mühle in Frankreich lädt zum Ausstieg und Neustart ein.

Im Moulin de la Rouchotte haben Tiere (und Menschen) Ruhe und Auslauf (Bild: zvg)

Wie kriegt man die Kurve, bevor ein Burnout diagnostiziert werden muss? Was tun, um einen mentalen Systemabsturz zu verhindern? Wohin, wenn die die Decke auf den Kopf zu fallen droht oder bevor der Laptop aus dem Fenster fliegt? Richtig, Aussteigen um in eine geerdete Welt einzusteigen. Das geht bei «Futurum».

«Wer mit der Erde arbeitet, gewinnt Boden unter den Füssen.» Dies ist das Motto eines Projekts, das Claudia Zangger Stauffer und Jonathan Stauffer in einem abgelegenen französischen Dorf in der Nähe von Besançon realisieren. Die beiden verlegen im Futurum Verlag Basel Bücher fürs Leben und seine Nachhaltigkeit und nun weiten sie ihre Philosophie ins praktische Hier und Jetzt aus.
Claudia und Jonathan sitzen im Hof am Tisch. Von weitem sind zwei Esel zu hören, ein glückliches Huhn gackert um sein gelegtes Ei, die Ziegen wurden auf die Wiese geschickt und die schneeweissen Gänse watscheln davon. Die Idylle wird durch den Gesang der Nachtigall perfekt.

In der alten Mühle mit seinen Häusern und dazugehörenden Wiesen und Wald soll wieder umtriebiges Leben einkehren. «Wir haben begonnen mit der Gebäude-Renovation, der Tierhaltung, dem Gemüseanbau und Heilpflanzengarten und arbeiten biologisch-dynamisch.» so Jonathan. In einer weiteren Etappe entstehen Chambres d’Hôtes und Seminarräume.

Und hier kommt der obengenannte Zeitgenosse ins Spiel, der genug hat von kopflastigem Dauerstress durch den Chef und Digitalisierung. Oder auch der Jugendliche, der sich selber oder sein Lebensziel verloren hat. Oder alle, die langsam aber sicher die Nase voll haben von Fremdbestimmung und Leistungsdruck. Das Projekt «Futurum» ist ein Ort für ein begleitetes Arbeiten auf dem Land um so ein neues Fundament entstehen zu lassen, auf dem dann eine sinnhafte individuelle Lebensgestaltung wurzeln kann. Rückzug, Standortbestimmung und Neustart soll dadurch ermöglicht werden.

Am aktuellen Prozess der Entstehung dieses Refugiums können sich Interessierte wie folgt einbringen: Als Mitglied des Fördervereins, mit praktischer Arbeit vor Ort oder durch Zeitferien mit Arbeitseinsätzen, auf Neudeutsch: «Work and Travel»-Aufenthalt. «Jardin de la Rochotte» liegt ausserhalb des Dorfes Frétigney et Volloreille unweit der leicht erreichbaren und schönen Stadt Besançon.  

Informationen sind hier erhältlich: Tel. +33 3 84 75 64 14, moulindelarouchotte@orange.frhttps://www.futurumverlag.com/media/pdf/90/87/49/rouchotte_www.pdf

 

Claudia Zangger Stauffer mit Gast vor dem dem entstehenden Gästehaus. Bild: Urs Heinz Aerni

 

 

Über

Urs Heinz Aerni

Submitted by reto on Do, 09/07/2017 - 11:10

Urs Heinz Aerni (*1962) besuchte in Bern die Kunstgewerbeschule, in Olten die Buchhandelsschule, machte u. a. in Zürich die Journalismusausbildung und absolvierte die Ausbildung bei BirdLife zum Feldornithologen. Er beschäftigt sich mit Tendenzen in der Gesellschaft und mit der Natur. Er pendelt zwischen Zürich, Berlin, Innsbruck und ist oft in den Bergen. Nebst Schreiben vertritt er den Zeitpunkt als Botschafter.  www.ursheinzaerni.com