Pflanzenkläranlagen: ökologisch und günstig

Es sind die kleinen Strukturen, die uns weiterbringen – auch beim Abwasser. Dezentrale Pflanzenkläranlagen in abgelegenen Gebieten vermögen grossräumige Kanalisationen zu ersetzen. Werner Schardt, Stadtrat im oberfränkischen Weismain, reinigt sein Abwasser seit 25 Jahren mit einer hauseigenen Kläranlage, vor dreieinhalb Jahren hat er eine Pflanzenkläranlage gebaut. Die Anlage funktioniert, das gereinigte Abwasser verwendet Schardt im Garten. Trotzdem hat die Stadt zu seinem Haus einen teuren Kanal bauen lassen, den er erst noch selber berappen soll. «Es ist überall das Gleiche: dezentrale Lösungen werden schlecht geredet», sagt Schardt gegenüber «Initiative», einer Internet-Zeitschrift. Dahinter vermutet er ein Profitstreben der Planungsbüros, die an einem Kanalbau mitverdienen – je grösser die Anlage, desto höher der Gewinn.

Eine Pflanzenkläranlage ist im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen teurer im Bau, dafür aber günstiger im Betrieb. Es handelt sich dabei um einen künstlich angelegten Schilfsumpf. Das Abwasser fliesst in den Sumpf und wird von Bodenorganismen und Wasserpflanzen gereinigt. Eine Abdeckfolie im Boden verhindert das vollständige Absickern des Abwassers.

Eine Pflanzenkläranlage eignet sich nicht nur für einzelne Haushalte, sondern auch für kleinere Gemeinden: Das österreichische Strasswalchen reinigt sein Abwasser seit 2001 mit Pflanzenkraft in 50 Kleinkläranlagen, und spart gemäss eigenen Angaben imposante 90 Prozent der Kosten einer Kanalanlage.

Weitere Informationen:   http://www.initiative.cc/Artikel/2009_11_23_pflanzenklaeranlagen.htm