Erfolg für Kriegsdienstverweigerer aus Belarus
Der belarussische Kriegsdienstverweigerer Hleb Smirnov hat in Litauen einen humanitären Aufenthaltstitel erhalten.

Nach seiner Flucht wegen Wehrdienstverweigerung und Teilnahme an den Protesten 2020 war ihm zunächst Asyl verweigert worden. Hleb Smirnov wurde in Litauen als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft und lebte dort mehrere Monate lang ohne legalen Status, versteckt vor den Migrationsbehörden. Sein Antrag auf politisches Asyl in Litauen wurde abgelehnt. Infolgedessen drohte ihm aufgrund seiner Weigerung, Militärdienst zu leisten, und seiner Teilnahme an den Protesten in Belarus im Jahr 2020 die direkte Abschiebung in ein belarussisches Gefängnis. Mehrere Monate lang lebte er ohne Papiere, versteckte sich vor der Abschiebung und blieb in unserer Unterkunft.

Nach Solidaritätsaktionen, darunter Briefe am 3. November 2025 von Organisationen wie „Our House“ und dem Europäischen Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) wurde seine Lage neu bewertet. Statt Asyl gewährt Litauen ihm nun ein humanitäres Aufenthaltsrecht: Arbeit, Studium, medizinische Versorgung und Integration sind möglich. Es ist ein wichtiger Präzedenzfall für belarussische Verweigerer, die oft als „Sicherheitsrisiko“ abgestempelt werden: Erstmals hat ein belarussischer Kriegsdienstverweigerer, der zuvor als „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ eingestuft worden war und faktisch der Zwangsabschiebung unterlag, in Litauen einen legalen humanitären Status erhalten.