Am Vorabend des israelischen «Gedenktages für die gefallenen Soldaten der israelischen Streitkräfte» haben Israelis und Palästinenser zum 21. Mal gemeinsam ihrer Verstorbenen gedacht. Die Veranstaltung der Gruppen «Combatants for Peace» und «Parents Circle – Families Forum» fand am 20. April 2026 statt. Wegen Drohungen rechtsextremer Kreise blieb der genaue Ort in Tel Aviv geheim.
Eine Parallelveranstaltung gab es in Jericho. Über 800 Menschen nahmen vor Ort teil, fast 22 000 verfolgten die Übertragung online. Die Zeremonie wurde an mehr als 60 Orten in Israel, dem Westjordanland und weiteren Ländern mitverfolgt.
Betroffene Familien aus beiden Seiten berichteten von ihrem Leid. Eine palästinensische Mutter erzählte vom Verlust ihres Sohnes durch israelisches Militärfeuer, eine israelische Frau vom Tod ihrer Schwiegereltern am 7. Oktober 2023. Die Rednerinnen betonten, dass der Schmerz keine Seite allein betreffe und nur der gemeinsame Weg zu Frieden führen könne. Sie forderten ein Ende des Krieges, der Besatzung und der Gewalt sowie ein Zusammenleben in Gleichberechtigung und Dialog.
Musikalische Beiträge eines gemischten Frauenchores und Videosequenzen zu Verlusten auf beiden Seiten ergänzten das Programm. Teilnehmer stellten Kerzen mit Namen der Toten auf. Organisatoren sehen in der Veranstaltung ein Zeichen der Hoffnung in schwierigen Zeiten. Rechtsextreme Gruppen versuchten erneut, die Gedenkfeier zu stören.