Israel greift zivile Infrastruktur im Libanon an
Kriegsverbrechen und Pogrome

Israel hat am Sonntag eine Hauptbrücke über den Litani-Fluss im Süden Libanons zerstört und damit den Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten massiv behindert. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sind seit Beginn der Eskalation über 1000 Menschen getötet worden. Mehr als eine Million Personen sind binnenvertrieben. Experten werfen der israelischen Armee vor, gezielt zivile Infrastruktur anzugreifen, weissen Phosphor einzusetzen und die «Dahiya»-Doktrin anzuwenden – was nach Völkerrecht als Kriegsverbrechen gilt. Hochrangige israelische Vertreter sollen den Libanon zu einem «neuen Gaza» machen wollen.

Im besetzten Westjordanland kam es in der zweiten Nacht hintereinander zu Pogromen radikaler Siedler. Rund 200 Personen attackierten Dörfer bei Nablus und Dschenin, setzten Häuser und Fahrzeuge in Brand, warfen Molotowcocktails in Wohnungen und schossen mit Schusswaffen. Mindestens neun Palästinenser wurden verletzt, einige schwer. In Hebron nahm die Armee sechs Personen fest, darunter einen Journalisten. UNIFIL dokumentierte Tausende israelische Verletzungen der Waffenruhe. Siedler planen zudem völkerrechtswidrige Siedlungen bis zum Litani-Fluss.